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Holsteinischer Courier

19. Oktober 2017 | 08:13 Uhr

Erntezeit : Ernte bringt etwas weniger Mais

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das feuchte Wetter im Juni zeigt Auswirkungen: Die Maisernte wird schlechter. Noch etwa eine Woche lang sind die schweren Fahrzeuge auf den Maisfeldern unterwegs.

shz.de von
erstellt am 10.Okt.2013 | 07:00 Uhr

Jetzt fahren im Raum Bokhorst und überall rund um Neumünster die Maishäcksler und Gespanne wieder bis in die Nacht hinein, um die Maisernte einzubringen. „In etwa einer Woche dürfte der größte Ernteverkehr vorbei sein“, meinte Heiner Staggen aus Schipphorst, Vorsitzender aus dem Kreisbauernverband Plön. Doch bereits jetzt kann er absehen: Der Ertrag kommt mit 20 bis 25 Prozent Einbußen nicht an die Vorjahre heran, die Mais-Qualität ist allerdings gut. „Der kalte und nasse Juni hatte dem Mais unter anderem Probleme bereitet“, sagt Staggen. Rund 250 Millimeter Regen in einem Monat, das sei selbst für Maisböden zu viel. Hinzu kam eine frühe Reife, die durch den trockenen und warmen August begünstigt wurde.

Während die Futtermaisbauern die knapperen Ergebnisse durch durchaus gute Graserträge ein Stück weit ausgleichen können, dürfte sich die geringere Menge dafür bei den Biogasanlagen deutlicher bemerkbar machen, so Heiner Staggen. Hier müsse wohl im Ausgleich auch mit höheren Transportwegen und Mengen gerechnet werden.

Profitiert hat von den Wetterkapriolen dagegen der Roggen, der mittlerweile überall geerntet ist. Für die leichten Böden, auf denen Roggen angebaut wird, hatte der Regen Vorteile. Dadurch lagen die Brotroggenerträge auf einem Spitzenniveau.

Freuen dürfen sich zurzeit Spaziergänger, Auto- oder Radfahrer über weithin gelb leuchtende Senffelder, deren Anblick für Abwechslung im herbstlichen Farbenspiel sorgt. Als sogenannte Zwischenfrucht ist der Senf nicht nur eine Düngerpflanze, die später untergepflügt wird, sondern trägt wie Rüben und andere Zwischenfrüchte auch zur Bodenverbesserung und Vermeidung von Erosion bei. Außerdem bereichert der Anbau die Fruchtfolge auf den Feldern. Einzig die Reiter haben das Nachsehen: Wo keine Zwischenfrüchte angebaut sind, ist bereits Wintergetreide wie Gerste und Weizen auf den Äckern. Das Zeitfenster für einen Herbstritt über Stoppelfelder ist kurz geworden.

Etwas weniger Sorgen als in den vergangenen Jahren bereiten dieses Jahr die Wildschweine. Deren Zahl scheint deutlich unter dem Vorjahr zu liegen, berichteten mehrere Jäger aus Großharrie, die jetzt noch einmal zur Jagd an den Maisfeldern standen.

Solange das Wetter in den vergangenen Wochen trocken war, brachte die Ernte für die Autofahrer wenig Beeinträchtigungen mit sich. Doch das feuchtere Wetter könnte die Straßen jetzt hier und da rutschig werden lassen. Vorsicht ist also geboten.

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