Mann erleidet mehrere Messerstiche : Erneut versuchtes Tötungsdelikt in Landesunterkunft Boostedt

In Boostedt ist eine der beiden Landesunterkünfte für Asylbewerber in einer ehemaligen Kaserne untergebracht. Zurzeit leben dort etwa 1200 Flüchtlinge.
In Boostedt ist eine der beiden Landesunterkünfte für Asylbewerber in einer ehemaligen Kaserne untergebracht.

Zwei Somalier geraten in einen Streit. Ein 20-Jähriger sticht in dessen Verlauf mehrmals auf einen 32-Jährigen ein.

Avatar_shz von
04. Oktober 2018, 09:55 Uhr

Boostedt | In der Landesunterkunft in Boostedt (Kreis Segeberg) ist es am Mittwochabend zu einem versuchten Tötungsdelikt gekommen. Ein 32-Jähriger habe mehrere Stichverletzungen erlitten und musste im Krankenhaus notoperiert werden, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Erst vor gut zwei Wochen geriet die Landesunterkunft in Boostedt in die Schlagzeilen, als bei einem Informationsabend für Bürger eine blutige Beziehungstat auf Nachfrage nicht erwähnt wurde. Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote beteuerte daraufhin mehrfach, man habe die Tat eines Iraners keinesfalls der Öffentlichkeit verschweigen wollen.

Unmittelbar nach der Tat schleppte sich der Verletzte gegen 23.28 Uhr zur Polizeistation in der Landesunterkunft und wandte sich hilfesuchend an die Beamten. Diese leiteten neben der sofortigen Erstversorgung des Geschädigten eine Alarmierung weiterer Kräfte zur Fahndung nach dem Täter ein. Ebenfalls wurde ein Rettungswagen gerufen.

Nach intensiven Fahndungsmaßnahmen konnten hinzugezogene Polizeibeamte einen Tatverdächtigen gegen 0.30 Uhr in seiner Wohnung festnehmen. Der 20-Jährige aus Somalia ist als Bewohner der Unterkunft gemeldet.

Nach bisherigen Erkenntnissen gerieten die beiden Männer im Bereich vor ihrem Wohnhaus in einen Streit, in dessen Verlauf der 20-Jährige mehrfach auf den Geschädigten, ebenfalls somalischer Staatsbürger, einstach. Die genauen Hintergründe des eskalierenden Streits sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Der Festgenommene befindet sich im polizeilichen Gewahrsam. Derzeit bereiten die Ermittler die Vorführung vor einen Haftrichter für den heutigen Tag vor.

Weil viele junge Männer ohne Aussicht auf dauerhaftes Bleiberecht in der Einrichtung leben, kommt es dort immer wieder zu Spannungen. Das Land sagte der Gemeinde Boostedt zu, die Unterkunft mittelfristig auf 500 zu verkleinern und bis 2024 zu schließen. Im August waren in Boostedt bei einer aktuellen Kapazität von 1675 Plätzen 1225 Menschen untergebracht.

Blaulichtmonitor

Was ist der Blaulichtmonitor?

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert