Nordfriedhof : Erneut Kupferdiebe am Mausoleum

Friedhofsleiter Peter Lang  zeigt auf die Stelle, an der die Diebe die Kupferabdeckung stahlen. Eine Platte ist hochgebogen. Die Täter wurden überrascht und konnten ihr Werk nicht vollenden.
Friedhofsleiter Peter Lang zeigt auf die Stelle, an der die Diebe die Kupferabdeckung stahlen. Eine Platte ist hochgebogen. Die Täter wurden überrascht und konnten ihr Werk nicht vollenden.

Täter wurden gestört und flüchteten mit ihrer Beute. Der Metallwert ist gering, der ideelle und finanzielle Schaden umso größer

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03. Juli 2014, 06:30 Uhr

Neumünster | Uwe Kröger ist fassungslos, denn erneut haben Kupferdiebe das Mausoleum Moll auf dem Nordfriedhof heimgesucht. Sie stahlen dort zwei etwa zwei Meter mal 50 Zentimeter große Kupferabdeckungen von der rückwärtigen Mauer.

„Es ist unvorstellbar: Die Diebe kamen am helllichten Tag“, sagt der frühere Baupfleger des Kirchenkreises und Vorsitzende des Fördervereins der Grabdenkmale. Er war von einem Nachbarn des Friedhofs informiert worden, der zwei Männer überraschte: Die machten sich am Sonntag gegen 10 Uhr am Dach des Mausoleums zu schaffen. Als der Nachbar die Männer ansprach, flüchteten die mit den Blechen. Immerhin konnte so Schlimmeres verhindert werden, denn die Diebe hatten vermutlich weitere Kupferplatten der Abdeckung im Visier.

„Das ist jetzt vielleicht ein Schrottwert von 30 bis 50 Euro“, sagt Uwe Kröger. Für den Förderverein wird der dreiste Diebstahl aber teurer. „Eine Neuanfertigung kostet bestimmt 1000 Euro“, schätzt Kröger. Eine provisorische Abdeckung soll das Denkmal zunächst einmal vor Schaden bewahren. Kröger hat Anzeige bei der Polizei erstattet.

Der Förderverein und die Friedhofsverwaltung um ihren neuen Chef Peter Lang sind Kummer gewohnt, denn Metalldieben ist offenbar nichts mehr heilig. In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Diebstählen auf dem Friedhof: Am Mausoleum wurde schon gleich nach der Sanierung in den Jahren 2009/10 die kupferne Abdeckung des Niedergangs zur Gruft gestohlen. Im Mai 2010 ließen Diebe eine der beiden bronzenen Platten mitgehen, auf denen die russischen Arbeiter ihres 1912 gestorbenen Chefs Alexander Moll gedachten. Die Tafel mit kyrillscher Inschrift ist bis heute nicht wieder aufgetaucht. Der ideelle Verlust ist nicht zu ersetzen.

Im August 2011 brachen Diebe mit brachialer Gewalt die massiven Bronze-Büsten von Karla und Hermann Hinrichs von ihrem Sockel. Auch an der Auferstehungskapelle wurden bereits sechs Mal die Regenfallrohre aus Kupfer gestohlen. Sie sind jetzt durch Rohre aus Kunststoff ersetzt. Auch die Kupferabdeckung an der Mauer zum Südfriedhof wurde ließen Diebe mitgehen.

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