Lukas Bärfuss ausgezeichnet : Erneut geht der Georg-Büchner-Preis an einen Fallada-Preisträger

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Im Jahr 2010 überreichte Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras (rechts) den Fallada-Preis an Lukas Bärfuss im Theater in der Stadthalle.  Archivfoto: Euler
Im Jahr 2010 überreichte Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras (rechts) den Fallada-Preis an Lukas Bärfuss im Theater in der Stadthalle. Archivfoto: Euler

Nach Wilhelm Genazino ist der Schweizer der Zweite, der das schafft. Stadtrat lobt „guten Riecher“ der Fallada-Jury.

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10. Juli 2019, 12:44 Uhr

Neumünster | Bereits zum zweiten Mal hat ein Fallada-Preisträger nach seiner Ehrung in Neumünster den renommierten Georg-Büchner-Preis erhalten. Nach Wilhelm Genazino, der 2004 sowohl in Neumünster als auch in Darmstadt geehrt wurde, freut sich nun der Schweizer Lukas Bärfuss (47) über dieses Double.

Die Jury des Fallada-Preises hat eben einen guten Riecher. Neumünster scheint die Sprungschanze für den literarischen Aufstieg zu sein. Kulturdezernent Carsten Hillgruber
 

Er freue sich sehr über den Erfolg von Bärfuss, der 2010 den Preis in Neumünster aus den Händen von Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras erhielt und zuletzt 2017 in der Stadtbücherei las.

Verleihung des Preises ist am 2. November

„Mit hoher Stilsicherheit und formalem Variationsreichtum erkunden seine Dramen und Romane stets neu und anders existenzielle Grundsituationen des modernen Lebens“, teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung zur Begründung mit. Der mit 50.000 Euro dotierte Büchner-Preis gilt als herausragende literarische Auszeichnung in Deutschland. Er wird am 2. November in Darmstadt verliehen.

2010 hielt Ulrich Khoun, Intendant des Deutschen Theaters in Berlin, die Laudatio auf Bärfuss im Theater in der Stadthalle. Die Jury würdigte damals den „längst überfälligen literarischen Perspektivenwechsel“ und lobte seinen „souveränen erzählerischen Duktus“. Als politischer Autor stehe der Schweizer durchaus in der Tradition eines Hans Fallada, der sich immer der Existenznöte des kleinen Mannes angenommen hatte, hieß es.

Günter Grass erhielt erst den Büchner-Preis

Übrigens: Bei Günter Grass war es umgekehrt: Der Schriftsteller erhielt 1965 den Büchner-Preis und 1996 den Fallada-Preis.

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