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Wasbek : Ermittler sind sicher: Sohn schoss auf Eltern

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Am Tag nach dem Wasbeker Familiendrama dauern die Ermittlungen weiter an.

Neumünster | Nach dem tödlichen Familiendrama in Wasbek in der Nacht zu Dienstag sind sich die Ermittler jetzt sicher, dass der Sohn (22) auf seine Eltern schoss, den Vater (48) dabei tötete und die Mutter (45) schwer verletzte. Anschließend nahm sich der junge Mann selbst das Leben. „Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Kiel gehen nach aktuellem Ermittlungsstand von diesem Ablauf aus“, sagte Polizei-Pressesprecher Sönke Hinrichs.

Das unfassbare Geschehen ereignete sich in der Nacht zu Dienstag gegen 2.30 Uhr auf dem abgelegenen Birkenhof in Wasbek-Feld (der Courier berichtete). Eine Mitarbeiterin hatte Schüsse gehört und sofort Polizei und Rettungskräfte verständigt. Auf dem Hofplatz fanden die Einsatzkräfte die schwer verletzte Frau. Ihr Ehemann lag erschossen im Haus. Von dem Schützen fehlte zu diesem Zeitpunkt noch jede Spur. Mit Spezialkräften, Hunden und Leuchtmunition durchkämmte die Polizei in der Finsternis fünf Stunden lang die Wiesen und den Wald rund um das große Gehöft. Nachbarn wurden gewarnt. Schließlich fanden die Ermittler den Sohn der Familie: Er war in eine nahe gelegene Jagdhütte geflüchtet und hatte sich dort erschossen.

„Die Polizei stellte mehrere Jagdwaffen sicher, darunter auch die Tatwaffe“, erklärte der Polizeisprecher gestern. Die Ermittlungen dauern noch an. „Es wird zum Beispiel noch geprüft, ob eine oder mehrere Waffen benutzt wurden“, so Hinrichs. Sowohl der Vater als auch sein Sohn sollen Jäger gewesen sein. Deshalb waren diverse legale Waffen im Haus.

Die schwer verletzte Frau ist laut Polizei nach wie vor nicht vernehmungsfähig. Ihr Gesundheitszustand sei „den Umständen entsprechend stabil“, hieß es. Sie war kurz nach der Tat im Krankenhaus notoperiert worden. Von ihr erhoffen sich die Ermittler Erkenntnisse zu den Hintergründen des Familiendramas.

Zu einem möglichen Motiv machten die Ermittler mit Rücksicht auf die Angehörigen auch einen Tag nach der Tat ansonsten keine Angaben. Auch darüber, ob Alkohol oder Drogen im Spiel waren, schwiegen sie sich aus.

Im Dorf ist die Bestürzung immer noch sehr groß. Die Familie war sehr angesehen. Der Sohn, selbst gelernter Landwirt wie sein Vater, war Mitglied in der Feuerwehr. Er galt überall als fleißig und freundlich.

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erstellt am 25.Nov.2015 | 18:12 Uhr

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