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Beweissicherung : Ermittler bauten Treppengeländer und Fenster aus

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Um für den laufenden Brandprozess Beweise zu sichern, bauten Ermittler des Landeskriminalamts jetzt Teile aus dem Haus Bahnhofstraße 40 aus.

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erstellt am 20.Nov.2014 | 05:00 Uhr

Neumünster | In zwei großen Fahrzeugen mit viel Werkzeug rückten gestern Morgen Ermittler des Landeskriminalamtes (LKA) aus Kiel an der Bahnhofstraße an. Ausgerüstet mit Arbeitsanzügen, Mundschutz und Helmen betraten sie das Haus Nummer 40 gegenüber der katholischen Kirche. Grund für den Besuch der Ermittler ist ein laufendes Verfahren vor dem Kieler Landgericht. Für den Prozess mussten die Beamten Beweismaterial aus dem Haus holen – und das offenbar mit Säge und Schraubendreher.

Seit Ende August müssen sich fünf Männer wegen besonders schwerer Brandstiftung vor Gericht verantworten. Laut Anklage sollen zwei Brüder (31 und 37) im Auftrag des finanziell angeschlagenen Hausbesitzers (32) in der Nacht zum 15. September vergangenen Jahres in dem Mehrfamilienhaus an mehreren Stellen Feuer gelegt haben. Zwei Bekannte des Eigentümers, ein Gastwirt (70) und ein Kaufmann (38), sollen die Sache mit geplant haben. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft wollten die Männer durch das Feuer an die Versicherungssumme von 500 000 Euro herankommen.

Um einschätzen zu können, wie stark es vor mehr als einem Jahr gebrannt hatte und wie groß die Gefahr einst war, ließ der Vorsitzende Richter jetzt drei Meter des Treppengeländers sowie ein Fenster ausbauen. Das soll dann von den Prozessbeteiligten in Augenschein genommen werden. Mehrere Gutachter konnten bisher nicht klären, ob die Holztreppe in Brand geraten war oder es nur oberflächliche Schäden gab. Das ist für das Strafmaß aber entscheidend.

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