Vermisster Student aus Neumünster : Ermittler: 28-Jähriger wurde vermutlich ermordet

Der vermisste Horst Georg Linnemann.
Der vermisste Horst Georg Linnemann.

Nach sieben Monaten Ermittlungsarbeit gehen die Behörden von einem Gewaltverbrechen aus: Ein Student aus Neumünster soll umgebracht und verbrannt worden sein. Die Leiche ist aber noch nicht gefunden worden.

shz.de von
29. Juli 2015, 12:35 Uhr

Neumünster | Ein seit Dezember vermisster 28-jähriger Student aus Neumünster ist wahrscheinlich ermordet worden. „Die Ermittler gehen mittlerweile davon aus, dass die Leiche im Bereich Neumünster - das schließt das Stadtgebiet und auch angrenzende Landkreise mit ein - vergraben und vor dem Bedecken mit Erdreich angezündet wurde“, teilten die Kieler Staatsanwaltschaft und die Polizeidirektion Kiel am Mittwoch mit. Der Tatverdacht gegen zwei 28 und 26 Jahre alte Männer aus Neumünster und Kappeln, die dem persönlichen Umfeld des Vermissten zuzurechnen seien, bestehe weiterhin. Die Polizei rief erneut Zeugen auf, sich zu melden.

Die Lebensgefährtin des 28-Jährigen hatte ihn letztmals am 15. Dezember am Mittag in ihrer Wohnung in Neumünster-Faldera gesehen und am Nachmittag des selben Tages als vermisst gemeldet. Der Student hat an der Fachhochschule Kiel studiert. Der Vermisste fuhr einen dunkelblauen Golf IV mit dem Kennzeichen NMS-ZX 88. Der Wagen wurde am 20. Dezember in Hamburg gefunden.

Das Auto des mutmaßlichen Opfers sowie ein Leihanhänger der Firma Voss spielen den Ermittlungen zufolge vermutlich eine wichtige Rolle. „Der Anhänger fällt ins Auge, weil er über eine grelle, postgelbe Plane verfügt“, betonten Polizei und Staatsanwaltschaft in ihrer gemeinsamen Pressemitteilung. Der Anhänger wurde erst am 3. Januar in Neumünster im Bereich Wernershagener Weg/Weberstraße umgestürzt entdeckt.

Der Wagen des Vermissten.
Polizei
Der Wagen des Vermissten.
Der Anhänger, der im Januar gefunden wurde.
Polizei
Der Anhänger, der in einem Graben gefunden wurde.

Die Polizei >sucht weiterhin Zeugen, die den Vermissten am 15. Dezember 2014 unmittelbar vor seinem Verschwinden gesehen haben oder weitere Angaben zum Sachverhalt machen können. Dabei gehe es insbesondere um Beobachtungen im Zusammenhang mit dem Auto und dem Anhänger. Für Hinweise, die zur Auffindung der Leiche und zur Überführung des Täters oder der Täter führen, hat die Staatsanwaltschaft Kiel 1500 Euro Belohnung ausgesetzt.

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