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Heimatforschung : Erlebte Stadtgeschichte kommt gut an

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Gesprächskreis in der Seniorenbegegnungsstätte der Caritas ist ein Renner

von
erstellt am 12.Feb.2015 | 07:15 Uhr

Neumünster | Für seinen Gesprächskreis „Erlebte Geschichte – erzählte Geschichte“ hatte Dr. Alfred Heggen auf sechs bis acht Teilnehmer gehofft. Doch das Projekt zur Stadtgeschichte trifft offenbar den Nerv der Neumünsteraner. Zum Auftakt kamen 24 Interessenten in die Seniorenbegegnungsstätte der Caritas. Es gibt sogar eine Warteliste.

„Das ist wie eine Wundertüte, ich bin gespannt, was kommt“, sagte Egbert Bumann. Der 84-jährige Falderaner kommt vom „Exer“ an der Ehndorfer Straße – Jüngeren wird der Begriff nichts mehr sagen. Sie wissen nicht, dass dort einmal ein Exerzierplatz war.

Auf solche Erinnerungen von Ur-Neumünsteranern oder auch solchen, die es als Flüchtling oder Vertriebene nach Neumünster verschlug, hofft der frühere Gymnasiumsleiter und Heimatforscher Heggen. „Ich kann von ihnen lernen. Das, was sie erlebt haben, ist so nicht im Stadtarchiv oder in der Zeitung zu finden“, sagte Heggen.

Die ältesten Teilnehmer am Gesprächskreis waren Gertrud (92) und Franz Dörner (95) aus Tungendorf. Das Paar verkörpert eine typische Kriegs- und Nachkriegsgeschichte. „Ich bin gebürtige Neumünsteranerin vom Schleusberg, mein Mann ist 1945 als Kriegsgefangener nach Neumünster gekommen“, sagte Gertrud Dörner.

Elke Burghard (79) hatte im eigenen Familienarchiv gestöbert und brachte Fotos und einen Band zum 100-jährigen Jubiläum der Edeka aus dem Jahr 2007 mit. „Mein Großvater Wilhelm Burghard hat die Edeka in Neumünster mitbegründet“, sagte sie. Er war zwar eigentlich Prokurist beim Landhandel Otto Delfs & Söhne, aber meine Oma wollte unbedingt ihr eigenes Lebensmittelgeschäft an der Viktoriastraße eröffnen“, sagte Elke Burghard. Damals hieß das sogar ganz vornehm Kolonialwarengeschäft. Nach einer Kaffeetafel und Vorstellungsrunde hatte auch Heggen ein kleines Schmankerl für die Zeitzeugen der Neumünsteraner Geschichte. Im Landesarchiv hatte Heggen einen Kinovorfilm über den Wiederaufbau der Industrie in Neumünster aufgestöbert. Der Kreis trifft sich noch fünf Mal bis zum 14. Juli und könnte eine ständige Einrichtung werden.

 

 

 

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