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Historische Bilder : Erinnerungen an vergangene Sommer

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Monika Krebs ließ im Diavortrag „Sommerfrische“ mit Bildern von Walter Erben die Ferien der 50er-, 60er- und 70er-Jahre wieder aufleben.

shz.de von
erstellt am 21.Mai.2016 | 08:00 Uhr

Neumünster | Toben im Wasser, Faulenzen am Strand und improvisiertes Leben beim Campen – das machen Urlauber heute noch genauso gerne wie vor 60 Jahren. Wie erstaunlich ähnlich und doch wieder völlig anders als heute viele Neumünsteraner in den 50er-, 60er- und 70er-Jahren die schönste Zeit des Jahres verbracht haben, erzählte Monika Krebs am Donnerstagabend bei dem Diavortrag „Sommerfrische“ mit Bildern von Walter Erben.

Gut 60 Besucher waren in die Buchhandlung von Bettina Krauskopf am Großflecken gekommen, um sich die schwarz-weißen Bilder des ehemaligen Courier-Fotografen Walter Erben von seiner Nachlassverwalterin und Ex-Courier-Redakteurin Monika Krebs vorstellen zu lassen. Für viele Besucher waren die Bilder eine Reise in die eigene Vergangenheit.

Zustimmendes Kopfnicken und wissendes Lachen gab es immer wieder in den Reihen des überwiegend älteren Publikums. „Ja, genauso war das früher“, bestätigte Dieter Grünberg (74). Der Neumünsteraner kann sich genau an die Zeltlager am Einfelder See, Lensterstrand in Grömitz und am Stocksee erinnern, die er als Kind mitgemacht hat: „Die Zelte hatten Gummiböden, und bei Regen sind wir weggeschwommen.“

Auf einem Bild wartete eine Schlange Jugendlicher an der Suppenausgabe. Aus einem riesigen Topf, der an einem Dreibeingestell baumelte, schöpfte eine Betreuerin mit einer Kelle Suppe in die Blechnäpfe der Kinder. „Das Blechgeschirr hatten wir alle, das gehörte dazu“, kommentierte Dieter Grünberg. Genauso üblich waren die gemeinsamen Mahlzeiten vor den Zelten auf dem Boden sitzend und der anschließende Gang zum See, um das Geschirr dort abzuwaschen. Was heute kaum noch denkbar ist: Früher fuhr man zum Einfelder See runter und parkte sein Auto einfach neben dem Zelt. Für große Erheiterung sorgte auch die Erinnerung an die damalige Bademode: Die Kleinsten trugen Pumphosen, die Jugend Dreiecksbadehosen zum Schnüren, die Damen geriffelte Badeanzüge, und der gesetzte Herr marschierte mit einem blau-beige gestreiften Bademantel zum Ufer.

„Die Bilder haben eine unglaubliche Aussagekraft. Sie sind auch ein Stück Geschichte der Bundesrepublik“, sagte Monika Krebs. Sie erläuterte die 120 ausgewählten Bilder lebhaft und mit viel Wortwitz. Und weil sie mit Walter Erben zusammengearbeitet hat, konnte sie auch ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern: „Die Filme wurden zu Hause bei Erbens im Bad entwickelt, und getrocknet wurde im Backofen.“

Monika Krebs verwaltet das 80 000 bis 100  000 Bilder umfassende Archiv von dem 1988 verstorbenen Walter Erben seit 2010. Die Negative aneinander gelegt messen etwa eine Strecke von 3400 Metern.

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