Buchhandlung Krauskopf : Erinnerungen an Stars und Sternchen in Schwarz-Weiß

Karin Hartmann (links) und Monika Krebs ließen die Neumünsteraner Theaterszene der 1970er-Jahre wieder aufleben. Hier zeigen sie ein Foto von Heinz Reincke.
Karin Hartmann (links) und Monika Krebs ließen die Neumünsteraner Theaterszene der 1970er-Jahre wieder aufleben. Hier zeigen sie ein Foto von Heinz Reincke.

In der Buchhandlung Krauskopf wurden alte Zeiten wieder lebendig.

shz.de von
02. Oktober 2016, 08:00 Uhr

Neumünster | Margot Trooger, Götz George, Heinz Reincke, Günther Lüders, Maria Flickenschildt – sie alle und viele weitere Bühnenstars der 1950er-, 60er- und 70er-Jahre haben mal in Neumünster Station gemacht. Diese Zeiten wurden am Donnerstagabend in der Buchhandlung Krauskopf wieder ein bisschen lebendig.

Die Theaterstars plauderten in der Corso-Garderobe mit der Courier-Redakteurin Karin de Paoli und ließen sich vom Haus-und-Hof-Fotografen Walter Erben ablichten. Oft war die junge Courier-Volontärin Monika Krebs dabei; seit 2010 verwaltet sie das umfangreiche Bildarchiv von Walter Erben. Damals wie heute im Zuschauerraum: Courier-Kritikerin Karin Hartmann. Sie kennt die legendären Spielstätten der „Tonhalle“ und des „Corso“ nur zu gut.

Monika Krebs und Karin Hartmann hielten den Vortrag gemeinsam unter dem Titel „Alles Theater“. Sie plauderten zum ersten Mal gemeinsam aus dem Nähkästchen. Den Schwerpunkt hatten die beiden Fachfrauen dabei auf die Theaterszene in den 70er-Jahren gelegt. Und was die mehr als 50 Zuhörer in gut anderthalb Stunden schließlich über die Stars und Sternchen dieser Zeit zu hören und zu sehen bekamen, war nicht nur interessant, sondern vor allen Dingen höchst unterhaltsam.

Karin Hartmann war dazu tief in ihr mehr als 1500 Texte umfassendes Archiv gestiegen. „Ich habe mich gefreut, die Sammlung einmal wieder zu aktivieren. Und das Künstlerraten bei der Zuordnung der Bilder hat großen Spaß gemacht“, berichtete sie. Ebenso viel Freude hatte Monika Krebs bei der Auswahl. „Walter Erben war mir ein guter Lehrer. Ich durfte sogar schon früh seine geliebte Leica benutzen. Und ich habe ihn mitsamt seiner Unordnung geliebt. Heute sehe ich das in Anbetracht der rund 100 000 Negative allerdings manchmal anders“, gab die engagierte Archivarin schmunzelnd zu. Doch die Sammlung sei für die Stadtgeschichte von großem Wert. „Deshalb wäre es mein Traum, dass der fotografische Nachlass digitalisiert wird, um ihn der Öffentlichkeit zu erhalten und zugänglich zu machen“, erklärte sie.

Für viele Besucher war der mit amüsanten Anekdoten gespickte Bilderbogen eine Reise in die eigene Vergangenheit. Davon zeugte immer wieder nicht nur zustimmendes Kopfnicken und freudige Bemerkungen beim Wiedererkennen der Schauspieler, sondern auch der lautstarke Beifall am Ende.

Bei Monika Krebs in Vorbereitung ist übrigens zurzeit ein neuer Bildband mit Aufnahmen von Walter Erben. Der soll unter dem Thema „Arbeitswelten“ im November erscheinen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen