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Holsteinischer Courier

15. Dezember 2017 | 09:37 Uhr

Trauergruppe : Erinnerung hilft Trauernden

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Neue Gruppe startet am 28. April / Begleitung in einem geschützten Raum

shz.de von
erstellt am 01.Apr.2016 | 17:00 Uhr

Neumünster | Wenn ein geliebter Mensch stirbt, hinterlässt das bei den Betroffenen eine große Lücke. Verlustgefühle und Hilflosigkeit sorgen für große Traurigkeit. Wichtig für eine Bewältigung ist es zu lernen, den Verlust individuell zu verkraften. Um Menschen, die in einer solchen Situation sind, zu helfen, startet eine neue Trauergruppe der Hospiz-Initiative und des Friedrich-Ebert-Krankenhauses (FEK) am 28. April.

„Es ist richtig, Trauer zuzulassen, auch wenn das im Alltag nicht thematisiert wird und sich eine Art ,Kreis des Schweigens‘ um die Menschen bildet. Trauer ist eine ganz natürliche Reaktion auf einen Verlust, und jeder Mensch trauert auf seine persönliche Art und Weise“, sagen Sabine Buck, Pastorin vom ökumenischen Team der Krankenhaus-Seelsorge am FEK, und Peter Hansen, Diakon am FEK. In der Gruppe, die ein Jahr läuft, gibt es verschiedene Angebote: Es werden Texte gelesen, Kreatives wie Malen und Basteln vorgeschlagen, Wahrnehmungs- und Bewegungsübungen ausprobiert.

„Wichtig ist es, den Verstorbenen zu erinnern, die Trauer zuzulassen und das Leben mit dem Verlust zu lernen. Die Erinnerung an die ganz eigene Persönlichkeit des Verstorbenen ist wichtig“, sagt Sabine Buck und zitiert zwei jüdische Weisheiten: „Erinnerung ist der Anfang der Erlösung“ und „Solange wir leben, werden auch unsere Verstorbenen leben, denn sie sind nun ein Teil von uns, wenn wir uns an sie erinnern.“ Erinnerungen seien gerade am Anfang eines Trauerprozesses oft schmerzlich, lösten sie doch noch einmal größere, heftigere Traurigkeit und Kummer aus, sagt Sabine Buck. „Aber sie machen auch die eigene Sehnsucht und Liebe zum Verstorbenen deutlich; so kann aus ihnen Dankbarkeit, viel Tröstliches, ja sogar Beglückendes, Bestärkendes und Versöhnliches erwachsen und dabei helfen, den Verstorbenen ins eigene, jetzt veränderte Leben neu zu integrieren.“ Die achtsame Pflege der Erinnerungen könne dabei helfen, den Verlust zu heilen und sich der eigenen Liebe zum Verstorbenen dabei tiefer bewusst zu werden. „Das kann auch eine Bereicherung sein. Wir besprechen daher in der Gruppe auch Rituale wie Fotoalben, Tagebücher und das Anzünden von Kerzen als Methoden der Erinnerung“, sagen Sabine Buck und Peter Hansen.

Oberstes Gebot der Gruppe ist Diskretion. Auch muss es menschlich zwischen den Teilnehmern passen. Außerdem ist die Zahl der Plätze begrenzt. Interessierte sollten sich daher rechtzeitig zu einem Vorgespräch anmelden bei Sabine Buck, Tel. 4 05-19 50 (E-Mail: sabine.buck@fek.de) oder bei Peter Hansen, Tel. 4 05-19 53 (E-Mail: peter.hansen@fek.de). Die Treffen finden donnerstags im drei- bis vierwöchigen Rhythmus von 9.30 bis 12 Uhr statt. Eine Abendgruppe startet im September im FEK. Sie wird von der Trauerbegleiterin Anne Stahl und der Kunsttherapeutin Leonore Matouschek geleitet.

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