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Holsteinischer Courier

21. Oktober 2017 | 09:03 Uhr

Anscharkirche : Ergreifende Anne-Frank-Lesung

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

70 Besucher hörten in der Anscharkirche ausgewählte Passagen aus dem Tagebuch der Anne Frank.

shz.de von
erstellt am 15.Nov.2014 | 12:00 Uhr

Neumünster | Als kulturelles Begleitprogramm zur Ausstellung „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“ (der Courier berichtete) fand am Donnerstagabend eine Lesung in der Anscharkirche statt. 70 Besucher waren gekommen, um ausgewählte Passagen aus dem Tagebuch der Anne Frank zu hören.

„Auch wenn die letzten Eintragungen des damals 15-jährigen Mädchens bereits 70 Jahre zurückliegen, haben sie weder an Intensität noch an Aktualität verloren“,meinte Andreas Leimbach. „Niemand sollte die Augen vor ethnischer und religiöser Verfolgung verschließen, damals nicht und heute auch nicht. Weil Unrecht jeden angeht, haben wir uns entschieden, Passagen aus dem Tagebuch von ganz verschiedenen Menschen vorlesen zu lassen“, so der städtische Beauftragte für Kinder- und Jugendschutz weiter. Gemeinsam mit Ute Gräfe vom Jugendverband und Björn Hattenbach vom Jugendwerk des Kirchenkreises Altholstein konnte Leimbach sieben Vorleser gewinnen: junge und alte, Männer und Frauen, bekannte und weniger bekannte – Menschen aus Neumünster lasen in chronologischer Reihenfolge jeweils fünf bis zehn Minuten aus dem Tagebuch der Anne Frank.

Den Anfang machte Rabea Firrincielli. Souverän führte die Schülerin (17) mit ruhiger Stimme und am Pult stehend in die Geschichte rund um das Versteck der Familie Frank ein. Henning Möbius als Vertreter des Runden Tisches machte es sich auf dem Lesesessel im Altarraum bequem, um nicht minder aufmerksam über den Alltag im Hinterhaus zu berichten. Es folgten Pastor Rudolf Schlender mit einer sehr ergreifenden Auswahl unterschiedlicher Stimmungen Anne Franks auf dem Jahr 1943 und Marianne Lingelbach mit einer Textpassage, in der Anne ihrem Tagebuch die Liebe zu Peter anvertraut. Gerade einmal 13 Jahre zählte der nächste Vorleser. Mit pointierter Aussprache brachte Jonas Mohr, Sieger des Vorlesewettbewerbs 2014, den Zuhörern die Anspannung der versteckten Juden nahe, als es 1944 zu einem Einbruch im Hinterhaus kam. Authentizität bewies auch die 20-jährige Juliane Groß in Annes Betrachtungen zum Thema Jugend.

„Annes Stimme ist verstummt. Sie wurde keine alte Dame. Das Nachwort zu ihrem Tagebuch verfasste der Herausgeber“, begann Propst Stefan Block als letzter Redner seinen Beitrag. Mit nüchterner Stimme verlas er die Schicksale der Protagonisten. Einzig Annes Vater Otto Frank überlebte das Nazi-Regime.

Am Donnerstag, dem 20. November, wird um 10 und 18 Uhr das Theaterstück „ÜBERdasLEBEN oder meine Geburtstage mit dem Führer“ in der Anscharkirche aufgeführt.

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