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Gotteshäuser : Erfolgreiche erste Nacht der Kirchen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Neun Gotteshäuser lockten annähernd 1000 Besucher mit Musik, Besinnung und kreativen Aktionen.

Neumünster | Eine neue kulturelle Reihe in der Stadt hatte am Freitagabend ihre Auftaktveranstaltung: Neumünsters Gotteshäuser öffneten ihre Pforten zur ersten „Nacht der Kirchen“. Neun Kirchen lockten zwischen 19 Uhr und etwa 23 Uhr rund 1000 Neugierige an. „Es war ein Erfolg. Die Veranstalter zeigten sich sehr zufrieden“, sagte Jürgen Schindler, Pressesprecher des Kirchenkreises Altholstein.

Geboten wurde mehr als ein Rundgang durch die heiligen Hallen: Jedes Haus lud zu einem besonderen Programm ein, das seinen Schwerpunkt veranschaulichte. Das Programm wiederholte sich mehrmals am Abend, damit die Interessierten in einer Art „Speed-Dating“ gleich mehrere Kirchen kennen lernen konnten. In Neumünsters einziger katholischen Kirche, der St.  Maria-St.  Vicelin-Kirche an der Bahnhofstraße, hatte Stefanie Kapobel sich für die Erläuterungen von Wolfgang Fricke zum Marienaltar und den Ausführungen von Kaplan Gabor Kant über Mutter Maria interessiert. Die Holstenschülerin sammelte Informationen für eine Schul-Präsentation und meinte: „Mich interessiert die Bedeutung von Maria. Dass Männer und Frauen früher getrennt beten mussten, war mir neu.“

Barbara Zeidler hatte schon einen Besuch in der evangelischen Vicelinkirche hinter sich. Sie gehört der Neuapostolischen Gemeinde an und hat aus Neugierde während der „Nacht der Kirchen“ in verschiedene Kapellen hinein geschnuppert. Über das katholische Gotteshaus meinte sie: „Hier ist es viel prunkvoller, bei uns ist alles ganz schlicht, besonders auch der Altar.“

Weniger besinnlich, dafür laut und lebhaft ging es in der Erlöserkirche in der Gartenstadt zu. Dort bot die Jugendkirche ein buntes Programm. Gut 400 Jugendliche tummelten sich im zum Theater-und Gesangssaal umfunktionierten Kirchenschiff und den Gemeinderäumen. „Kirche und Glaube sind mir wichtig, das bedeutet für mich Gemeinschaft, Zusammenhalt und Teilen“, betonte die Konfirmandin Jaimie Göbbels (13). „Ich finde es toll, wie die Jugendlichen die Kirche erobern“, freute sich die Mitorganisatorin Constanze Oetting, Diakonin der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde. Ihre Kirche an der Tizianstraße lud in gemütlicher Atmosphäre bei viel Kerzenschein zu einem Nachtmahl. An mehreren Tischen kamen Deutsche und Flüchtlinge bei iranischem Kartoffelsalat, Halva und anderen leckeren internationalen Speisen miteinander ins Gespräch, sangen und lauschten handgemachter Musik. „Ich genieße das Essen und dass man einfach zusammen sitzen kann. Im Anschluss möchte ich noch die Neuapostolische Kirche besuchen“, sagte Karen Fabig aus Tungendorf. Mit ihr am Tisch saß Mahkam Yavar. Sie hat die evangelische Kirche während ihrer Zeit in der Flüchtlingsunterkunft am Haart kennen gelernt. Die junge Mutter lebt in Großenaspe und meinte: „Ich mag diese Kirche und die Menschen hier so sehr, sie sind mir wichtig.“

Eine Neuauflage des ökumenischen Ereignisses 2018 ist angedacht, erklärte Pressesprecher Jürgen Schindler.

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