Stadtbäume : Erdsauger bereitet Linden den Boden

Innerhalb von Sekunden frisst sich der Saugbagger auch an schwierigen Standorten in den Boden: Ingo Krüger  (von links), Mayk Jahn und Martin Hansen von der Firma Max Huss kontrollieren, wie die Pflanzgrube  an der Kieler Straße wächst.
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Innerhalb von Sekunden frisst sich der Saugbagger auch an schwierigen Standorten in den Boden: Ingo Krüger (von links), Mayk Jahn und Martin Hansen von der Firma Max Huss kontrollieren, wie die Pflanzgrube an der Kieler Straße wächst.

Stadt pflanzt über 80 Bäume an der historischen Chaussee Kiel – Altona / Spezialmaschinen bereiten auch schwierige Standorte auf

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23. April 2014, 15:12 Uhr

Die Wiederherstellumg der historischen Allee Kiel –Altona geht in Neumünster zügig voran. Erst vor wenigen Tagen hat die Stadt an der Einfelder Schanze zwischen Bahnübergang und Badestellen-Abfahrt 31 junge Linden, Eichen und Ulmen pflanzen lassen. In der Woche nach Ostern sollen an der Kieler Straße im gesamten Bereich zwischen Hagedornbusch und der Einfelder Dorfstraße rund 30 weitere Bäume die Lücken in den Baumreihen füllen.

Die Pflanzungen sind Teil eines landesweiten Projekts, der historischen Chaussee von Kiel nach Altona ihren ursprünglichen Alleecharakter zurückzugeben. Zum Schleswig-Holstein-Tag 2008 hatten der damalige Ministerpräsident Peter Harry Carstensen und Mäzen Günter Fielmann am Christian-Friedrich-Peter-Platz in Neumünster unter großem Medienrummel eine erste Linde gepflanzt und die Gemeinden entlang der historischen Straße dabei aufgefordert, das Projekt zu unterstützen. Die historische Chaussee zwischen Kiel und Altona war 1832 als Lindenallee angelegt worden und gilt als älteste Kunststraße des Landes. Rund 16 Kilometer der ursprünglichen Trasse führen durch Neumünsteraner Stadtgebiet. Seit dem Start der Aktion wurden landesweit über 1000 Bäume gepflanzt, davon allein in Neumünster über 300.

In der Stadt traut man sich inzwischen auch an schwierigere Standorte. In der Kieler Straße ist derzeit ein spezieller Saugbagger unterwegs, der Pflanzgruben ausheben soll. Das Problem: Wegen der starken Bodenverdichtung und den zahllosen Kabel- und Rohrverbindungen im Untergrund sind die Bäume nur mit großem Aufwand in den Boden zu bringen. Wasserleitungen werden vorsorglich mit Filzvlies umwickelt, damit sich die Wurzeln nicht in Rohrfugen festsetzen können. Schutzfolien zu Fahrbahn und Radweg hin sollen verhindern, dass die Wurzeln später Pflaster oder Fahrbahn anheben.

Die etwa drei Meter hohen Linden an der Kieler Straße sollen in der Woche nach Ostern von Mitarbeitern des Technischen Betriebszentrums gepflanzt werden.

Vorhaltungen, die Pflanzungen an der Kieler Straße gingen zu Lasten von ohnehin knappem Parkraum, weist Heinrich Kautzky, Fachdienstleiter Umwelt und Bauaufsicht, zurück. Die Mehrzahl der Bäume stehe an Standorten, an denen das Parken ohnehin nicht erlaubt werden könne, weil der Abstand zwischen Fahrbahn und Radweg dazu nicht ausreiche, erklärt Kautzky.

Auch die Kosten der Pflanzaktionen halten sich laut Kautzky in engen Grenzen. Bei der überwiegenden Zahl der Bäume handelt es sich um vorgeschriebene Ersatzpflanzungen für (unvermeidliche) Fällungen an anderer Stelle, etwa bei Bauprojekten.

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