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GS Brachenfeld : Er machte die Schule zum Gesamtkunstwerk

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

21 große Meister an den Wänden: Hans-Ullrich Gyllenberg hinterlässt an der Gemeinschaftsschule Brachenfeld ein Lebenswerk

shz.de von
erstellt am 07.Jun.2015 | 09:00 Uhr

Neumünster | Junge Menschen mit Bildender Kunst zu umgeben, das hatte sich Hans-Ullrich Gyllenberg fest vorgenommen, als er im Februar 1978 seine Arbeit als Kunsterzieher an der (damaligen) Gesamtschule Brachenfeld aufnahm. Noch im gleichen Jahr begann er gemeinsam mit seinen Schülern, großformatige Gemälde und Plastiken zu erstellen und sie in den Gängen und Hallen des weitläufigen Schulgebäudes zu installieren. 21 Reproduktionen wichtiger Werke der Kunstgeschichte sind im Laufe der Zeit entstanden; so wurde die IGS zum Gesamtkunstwerk. Generationen von Schülern haben daran mitgewirkt. Anfang diesen Jahres wurde der 65-jährige Hans-Ullrich Gyllenberg in den Ruhestand entlassen. Nun ist er auf dem Weg in Richtung Schweden, um dort als Pensionär seinen Lebensabend zu verbringen. Vorher traf sich der leidenschaftliche Kunsterzieher noch einmal mit dem Courier an der Stätte seines 37 Jahre währenden Schaffens.

Im Gang warteten bereits Maria Burmeister, Lucie Keller und Doreen Petersen. Die drei Oberstufenschülerinnen haben an der Reproduktion eines Werks von Pablo Picasso mitgewirkt. ,„Les Demoiselles d‘Avignon‘ von 1907 gilt als das erste kubistische Bild und ist deshalb für die Kunstgeschichte von großer Bedeutung“, erläuterte Gyllenberg. Sie seien alle drei sehr kunstinteressiert, erklären die Elfklässlerinnen ihr Engagement. „Durch diese Arbeit lernen wir nicht nur die Theorie kennen, wir haben auch praktische Erfahrungen beim Farbenmischen gesammelt. Und wir konnten unser Wissen sogar weitergeben“, freute sich Lucie Keller.

Während die drei jungen Frauen malten, blieben Mitschüler stehen und fragten interessiert nach. Das freute natürlich immer auch Hans-Ullrich Gyllenberg. Er erläuterte die Standorte der jeweiligen Gemälde. „Mir war es wichtig, die wegweisenden Werke der Kunstgeschichte in ihrer Beziehung zueinander an die Wände der Schule zu malen und gleichzeitig die Raumstrukturen des Gebäudes zu berücksichtigen“, beschrieb er sein Konzept. Matisses „Blauer Akt“ fand sein Gegenüber in Gustav Klimts „Kuss“. Dass Position und Ausmaß der beiden Meisterwerke dabei auf Decken- und Bodenlinien abgestimmt wurden, zeugt von Gyllenbergs Respekt für die Architektur des Schulgebäudes.

Auf die Frage, warum er mit seiner Auswanderung nach Schweden eine solch große Distanz zwischen sich und seinem „Lebenswerk“ herstelle, antwortete Hans-Ullrich Gyllenberg: „Das hat einen ganz einfachen Grund. Neben der Kunst gehört meine Leidenschaft den Schweden. Als 15-Jähriger war ich das erste Mal dort, und seit 1980 verbringe ich sämtliche Ferien in Sunne Värmland. Als Pensionär kann ich es mir nicht leisten, vier Mal im Jahr nach Schweden zu reisen. Deshalb habe ich meine Wohnung in Neumünster aufgegeben und mir eine neue in Sunne Värmland gesucht. Mein Urlaubsziel heißt jetzt Neumünster. In den Herbstferien komme ich zu Besuch.“

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