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Holsteinischer Courier

25. November 2017 | 10:50 Uhr

Grossflecken : Entwurf fällt durch

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die CDU lässt im Planungs- und Umweltausschuss kaum ein gutes Haar am Entwurf der Planer von WES.

shz.de von
erstellt am 16.Sep.2017 | 08:00 Uhr

Neumünster | Die Planer für den Umbau der Lütjenstraße und des Großfleckens müssen nachsitzen. Ein erster Entwurf des Büros WES aus Hamburg stieß am Donnerstagabend im Planungs- und Umweltausschuss besonders bei der CDU auf Kritik. Vor allem das geplante gelbe Klinker-Pflaster auf dem Großflecken kam während der Sitzung im Ratssaal nicht gut an.

Dabei hatte sich WES-Gesellschafter Michael Kaschke kräftig für den Straßenbelag ins Zeug gelegt. „Ich habe mich lange mit Neumünster beschäftigt und nach der Identifikation gesucht. Gelber Klinker ist der Geist der Stadt“, schwärmte der Diplom-Ingenieur. In Kombination mit einer grauen Entwässerungsgosse in der Mitte der Lütjenstraße ergebe der Klinker ein „einzigartiges Bild“, das sich auf dem Klein- und Großflecken fortsetzen soll. Das sah Thomas Michaelis (CDU) anders. „Ich finde die Kombination von Gelb und Grau passt gar nicht“, entgegnete er. Probleme sehen die Christdemokraten auch bei dem Plan, die namenlose Plastik von Bildhauer Leo Kornbrust wieder an ihren alten Platz in der Lütjenstraße zu stellen und abends mit Licht anzustrahlen. Die im Volksmund „Pinkelstein“ genannte Skulptur war als Beitrag der Stadt zur 850-Jahr-Feier Neumünsters gedacht und wurde 1977 von dem heute 88-jährigen Saarländer Leo Kornbrust enthüllt. 1993 kam sie, auch durch die Hinterlassenschaften schon arg malträtiert, in den Garten der Villa Köster. Seit September 2010 fristet der Stein ein Schattendasein auf dem Bauhof der Stadt an der Niebüller Straße. Dort liegt er zerlegt in ihre tonnenschweren Einzelteile. „Darauf können wir in der Lütjenstraße auch verzichten“, sagte Michaelis.

Die von WES geplante Rundbank in Höhe der Mühlenbrücke um eine neue, rot blühende und für die Miniermotte unempfindliche Kastanie und die geplanten Mülleimer stießen ebenfalls nicht auf Gegenliebe bei der CDU. „Ich hätte die Abfallbehälter mit einem Ring für Pfandflaschen versehen, wie es in vielen anderen Städten auch üblich ist“, monierte Ratsfrau Helga Bühse. Lediglich die Idee, die vorhandenen Bäume im Dunkeln mit Strahlern zu beleuchten, kam an.

Die SPD hingegen lobte die Pläne für die Lütjenstraße. „Wir befürworten dort sowohl das Pflaster als auch die Plastik“, erklärte die baupolitische Sprecherin, Franka Dannheiser. Allerdings: „Für den Großflecken gibt es gar keinen Auftrag für einen neuen Belag. Daher sind Ihre Pläne nicht mehrheitsfähig“, stellte sie gegenüber dem Ingenieur klar. An dieser Stelle erhob Grünen-Ratsherr Thomas Krampfer das Wort: „Ich finde trotzdem, gelber Klinker passt auch dort.“ Helga Bühse bekräftigte mit Blick auf das Pflaster noch einmal die zuletzt genannte Idee, das vorhandene Granit aufzuarbeiten und so die oft beklagten Stolperfallen zu beseitigen. Beim „Skalpieren“ würden die gewölbten Oberflächenkappen um etwa einen Zentimeter abgeschnitten und der gesägte Kopf durch Flammen oder Sandstrahlen aufgeraut.

Aus dem ursprünglich geplanten Boulevard mit einer Baumallee auf der Ostseite des Großfleckens wird wohl ebenfalls nichts. „Wir haben festgestellt, dass im Boden zu viele Leitungen auf zu engem Raum verlegt sind. Für neue Bäume ist kein Platz“, berichtete Michael Kaschke. Franka Dannheiser riet aber zu prüfen, ob nicht kleinere Bäume in großen Kübeln an die Straße gestellt werden könnten.

Ob wie ursprünglich vorgesehen, Fontänen auf den Großflecken oder die Kieler Brücke gestellt werden, ist fraglich. Hier haben die Planer selbst Bedenken. „Durch den Wind wird das Wasser verteilt. Deshalb müssen wir bei einem geschlossenen Kreislauf genügend Platz einplanen. Der fehlt uns dann aber an anderer Stelle“, so Ingenieur Kaschke.

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