Neumünster : Enttäuschung über Container-Deal

Auf den Jubel folgt Enttäuschung: Tafelleiterin Christina Arpe hatte das Ausschreibungsergebnis und den damit verbundenen Geldsegen kaum fassen können. Jetzt gibt es zwar deutlich weniger Zuschuss, aber immer noch mehr als bisher.
Auf den Jubel folgt Enttäuschung: Tafelleiterin Christina Arpe hatte das Ausschreibungsergebnis und den damit verbundenen Geldsegen kaum fassen können. Jetzt gibt es zwar deutlich weniger Zuschuss, aber immer noch mehr als bisher.

Mietvertrag für Altkleidersammlung mit Bremer Unternehmen geplatzt / Tafel erhält nur einen Bruchteil des erwarteten Zuschusses

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11. Juli 2018, 08:00 Uhr

Neumünster | Es wäre ja auch zu schön gewesen. Was hätte die Neumünsteraner Tafel alles mit 55 000 Euro mehr im Jahr anfangen können? Insgesamt 61 000 Euro sollte die Organisation von der Stadt überwiesen bekommen. Das war das Ergebnis einer Ausschreibung für die Nutzung der städtischen Stellplätze für Altkleider-Container (der Courier berichtete). Doch die Freude kam zu früh.

Denn die Firma BreEnt aus Bremen, die mit ihrem aus Sicht der Verwaltung überraschend hohen Angebot die Ausschreibung gewonnen hatte und 98 Container aufstellen wollte, machte plötzlich einen Rückzieher. Nach Angaben von Ingo Kühl, Leiter des Technischen Betriebszentrums, habe BreEnt überraschend erklärt, sich im Hinblick auf die zu sammelnden Textilmengen verkalkuliert zu haben.

Zugleich habe BreEnt verhandeln wollen, um die angebotene Platzmiete im Nachhinein zu reduzieren. Die Stadt lehnte ab, wollte sich auf ein nachträgliches Ändern des Ausschreibungsergebnisses nicht einlassen. „Das ist nicht gerade hanseatisches Kaufmannsgebaren“, sagte Kühl zum Vorgehen des Bremer Unternehmens, von dem gestern bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme zu bekommen war.

Und so war das Angebot, das der Tafel jährlich 61 000 Euro beschert hätte, plötzlich vom Tisch – mit der Folge, dass das nächsthöhere Angebot nachträglich den Zuschlag erhielt. Und das bedeutet für die Lebensmittelausgabe an der Kieler Straße eine jährliche Einnahme aus Standgebühren von 14 000 Euro. Entsprechend enttäuscht zeigte sich Tafelleiterin Christina Arpe, als sie von der neuen Entwicklung erfuhr.

Gleichwohl steigen die Zuschüsse, die die Tafel erhält, immer noch erheblich. Schließlich beträgt der Zuschuss der Stadt aus der Standmiete an die Tafel bisher lediglich 6000 Euro.

Die Tafel erhält auf Beschluss der Ratsversammlung grundsätzlich 50 Prozent des Geldes, das die Stadt durch die Standgebühren für Altkleider-Container einnimmt. In den kommenden drei Jahren wird dieses Geld von der Firma Textilrecycling Nord aus Himmelpforten kassiert. Der Vertrag mit dieser Firma ist bereits unterschrieben. Und auch deren grüne Container stehen bereits dort, wo auf 49 Stellplätzen eigentlich rote Sammelboxen von BreEnt stehen und der Neumünsteraner Tafel einen deutlich üppigeren Geldregen bescheren sollten.

Im Mai hatte Christina Arpe gehofft, sich dank des überraschend hohen Zuschusses um eine zukunftssichere Unterkunft kümmern zu können. Der Vertrag für einen Teil der derzeitigen Räumlichkeiten an der Kieler Straße laufe Mitte 2019 aus. Auch für die Nachrüstung des Fuhrparks könne man das Geld gut gebrauchen, hatte sie gesagt. Jetzt werden die Wünsche bescheidener ausfallen müssen.

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