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Bundestagswahl : Entsetzen, Hoffnung, und Enttäuschung

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

SPD durchlebt auf ihrer Wahlparty ein Wechselbad der Gefühle. Direktkandidatin Dr. Birgit Malecha-Nissen darf noch auf die Landesliste hoffen

Was für ein Stimmungs-Jojo bei der SPD: Noch fünf Minuten vor Schließung der Wahllokale gab sich die Kandidatin Dr. Birgit Malecha-Nissen geradezu euphorisch: „Das wird ungeheuer spannend – ich kann es kaum erwarten!“ Nur sechs Minuten später kam der erste herbe Tiefschlag: Nur 26 Prozent für die SPD im Bund! Nicht nur die Direktkandidatin zeigte sich entsetzt: „Das hätte ich nicht für möglich gehalten“, gab die SPD-Landtagsabgeordnete Kirsten Eickhoff-Weber die Stimmung der rund 50 Parteifreunde wieder, die auf der Wahlparty im Belle Epoque so sehr auf die Wende gehofft hatten.

Die ersten Auszählungen aus der Stadt ließen zwar lange auf sich warten, gaben dann aber Anlass zur Hoffnung. 42 : 37 Prozent, fast fünf Prozentpunkte Vorsprung vor dem CDU-Konkurrenten Dr. Philipp Murmann waren es zu diesem Zeitpunkt – und die roten Hochburgen Faldera oder Tungendorf waren noch nicht einmal dabei. Sollte sich der Tür-zu-Tür-Wahlkampf der SPD doch gelohnt haben, wie SPD-Chef Fred Brocksema inständig hoffte? Aber je später der Abend, desto dramatischer schmolz der Vorsprung dahin, und zumindest den Parteistrategen im Saal dämmerte, dass ein knapper SPD-Vorsprung in der Stadt den 7-Prozent-Abstand im Wahlkreis kaum ausgleichen könnte.

So kam es. Gegen 21.30 Uhr gab Dr. Birgit Malecha-Nissen den Wahlkreis endgültig verloren. Sie konnte dem Wahlverlauf aber dennoch Ermutigendes abgewinnen: „Stimmt, wir haben verloren – aber angesichts des dramatischen Bundestrends in Neumünster geradezu irre aufgeholt“, zog die Kandidatin Bilanz und bedankte sich bei den Parteifreunden: „Neumünster hat einen großartigen Wahlkampf bestritten. “

Unklar war bis Redaktionsschluss, ob Malecha-Nissen über die Liste in den Bundestag einzieht.

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erstellt am 23.Sep.2013 | 05:30 Uhr

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