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Neue Fakten : Entlastung bei den jungen Flüchtlingen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Stadt braucht wegen sinkender Zahlen weniger neue Personalstellen. Kasernenblock soll saniert werden

von
erstellt am 11.Mär.2016 | 09:00 Uhr

Neumünster | In den vergangenen Tagen haben sich beim Land diverse Regeln für die Unterbringung von Flüchtlingen in den Kommunen geändert. Die meisten Änderungen werden sich auf Neumünster eher so auswirken, dass die Stadt mehr Zeit bekommt und weniger Geld ausgeben muss.

Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras machte am Mittwoch vor dem Finanzausschuss aber auch deutlich, dass eine solide Planung dadurch erschwert wird. Diverse Kalkulationen für den Nachtragshaushalt, der am Dienstag hauptsächlich wegen der Flüchtlingskosten beschlossen werden soll, sind schon längst wieder obsolet und müssen fast täglich geändert werden.

Vom Land soll es offenbar endlich eine Entlastung bei der Betreuung der unbegleiteten minderjährigen Ausländer (UMA) geben. Das führt dazu, dass der OB nicht mehr 19,5 neue Mitarbeiterstellen im Amt für Soziale Dienste (ASD) benötigt, sondern nur noch etwa 8. „Das würde uns deutlich entlasten. Aber ich wünsche mir die eine oder andere Stelle ,auf Vorrat‘, die die Ratsversammlung notfalls kurzfristig freigeben kann“, sagte Tauras.

Möglicherweise muss die Stadt ein Grundstück an der Memellandstraße nicht, wie geplant, für den Bau einer UMA-Unterkunft verkaufen, sagte Tauras. Der freie Träger Iuvo suche nach anderen Plätzen in Neumünster und außerhalb und könne damit das Soll der Stadt erfüllen, so der OB. Das marode Jugendheim Slevogtstraße 31 hat er nicht mehr für diesen Zweck eingeplant, will es aber trotzdem abreißen lassen (siehe Bericht rechts).

Als Ort eines Willkommenszentrums für Flüchtlinge hat die Stadt derzeit nur noch einen Plan: ein bis zwei Gebäude in der ehemaligen Hindenburg-Kaserne (der Courier berichtete). Das ursprünglich vom OB favorisierte ehemalige Haus Stormarn an der Dithmarscher Straße steht nicht mehr zur Verfügung: Der Eigentümer, Altro Mondo Grundbesitzgesellschaft, hat sein Angebot nach den Presseberichten zurückgezogen, in denen verschiedene Politiker sich negativ über Altro Mondo geäußert hatten.

In dem früheren Kasernen-Wohnblock soll nun das Willkommenszentrum eingerichtet werden. Dort sollen Flüchtlinge für bis zu vier Wochen wohnen und von den Behörden betreut werden. Das Gebäude ist im Rohbauzustand, kann aber kurzfristig saniert werden. „Dort können 80 Asylbewerber wohnen und in drei Büros die Betreuer arbeiten“, sagte Tauras. Die Sanierungskosten von 2,32 Millionen Euro muss die Stadt auslegen, bekommt sie aber 2017 vom Bund erstattet. Als Betreiber möchte der OB in einer Ausschreibung einen Träger mit Erfahrung gewinnen. Er nannte beispielhaft Diakonie, Rotes Kreuz und Arbeiterwohlfahrt. Die Anwohner sollen nach Ostern informiert werden.

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