zur Navigation springen

Hunde-Diebstahl in Neumünster : Empörung über dreisten Welpen-Klau aus Tierheim

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Plötzlich war die kleine Mischlingshündin Isis weg. Die Mutter sucht traurig nach ihrem Baby. Die Tierheim-Mitarbeiter haben einen vagen Verdacht.

Neumünster | Im Neumünsteraner Tierheim herrscht Fassungslosigkeit und Empörung: Am Sonntagnachmittag wurde das zehn Wochen alte Hundebaby Isis gestohlen, das mit seiner Hundemutter Inka seit 14 Tagen in der Tierauffangstelle an der Geerdtsstraße lebte. „Es ist eindeutig ein Diebstahl. Ich habe Anzeige bei der Polizei erstattet. Alle machen sich jetzt Gedanken, wie es dem kleinen Hund geht“, sagt Gisela Bünz, die Vorsitzende des Tierschutzvereins.

Inka, die Hundemutter, vermisst ihre Tochter, schaut immer wieder in die Ferne, sucht in der Box. Am Sonntagnachmittag bemerkte die Mitarbeiterin Gritje Mikisch, dass der Welpe nicht bei seiner Mutter war. Erst dachte sie, er sei vermittelt worden. Sicherheitshalber rief sie bei ihrer Chefin an. Die eilte zum Tierheim, suchte mit Gritje Mikisch das ganze Gelände ab. „Es hätte ja auch sein können, dass die Kleine irgendwo falsch einquartiert wurde. Dann aber wurde klar, dass Isis gestohlen wurde. Die Stimmung war schlimm. Ich hatte eine schlaflose Nacht, habe mich gefragt, was das für Menschen sind“, sagt Gisela Bünz. Die Ungewissheit, wo der kleine Hund jetzt gelandet ist, ist am schlimmsten. „Notfalls kann die kleine Hündin auch schon ohne ihre Mutter, wenn man alles, vor allem die Ernährung, fachgerecht macht. Aber die Mutter kann nicht ohne ihren Welpen. Sie hat jetzt Milchstau“, sagt Gisela Bünz.

Die etwa dreijährige Dackelmischlings-Hündin Inka wurde vor 14 Tagen von Tierschützern aus dem Kreis Plön als Notfall ins Tierheim gebracht – mit zwei Welpen, von denen einer schon vermittelt wurde. Die Hündin war aus schlechten Verhältnissen gerettet worden, konnte aber nicht länger untergebracht werden. Falls Isis nicht wieder auftaucht, muss ihr Milchstau beim Tierarzt gelindert werden.

Einen vagen Verdacht hat die Tierschutzvereins-Vorsitzende, kann das aber (noch) nicht beweisen. Ein relativ unhöflicher Besucher, der mehrfach im Tierheim war, hatte sich immer nach dem Preis eines Fundhundes erkundigt. „Der war am Sonntag mit seiner Familie da und hatte eine große Tasche dabei. In der könnte er den Welpen mitgenommen haben“, erinnert sich Gisela Bünz. Die große Tasche war auch einem Tierheim-Mitarbeiter aufgefallen. Sie appelliert: „Die sollten den Welpen wieder zurückbringen. Sie können sich mit mir in Verbindung setzen, wir finden einen Weg. Aber sie sollen ihn nicht nachts in einem Karton vor die Tür stellen.“ Aufmerksame Nachbarn sollten darauf achten, wo jetzt ein kleiner Hund lebt, der vorher nicht da war. Die Abgabegebühr für einen gechipten und geimpften Hund beträgt 250 Euro. „Das ist Standard in Tierheimen, wir wollen keine Billigtiere abgeben“, sagt Gisela Bünz.

Ist sie nicht knuffig? Die zehn Wochen alte Isis wurde am Sonntagnachmittag aus dem Tierheim gestohlen. Wer sie erkennt, sollte sich bei der Polizei melden.
Ist sie nicht knuffig? Die zehn Wochen alte Isis wurde am Sonntagnachmittag aus dem Tierheim gestohlen. Wer sie erkennt, sollte sich bei der Polizei melden. Foto: Tierheim

Der Diebstahl eines Hundes ist laut Pressesprecher Sönke Hinrichs eine Straftat und wird mit Geld- oder Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren geahndet. Wer Hinweise hat, meldet sich unter Tel. 04321/53779 (Tierheim) oder bei der Polizei unter Tel. 04321/9450.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 04.Aug.2015 | 07:45 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen