Stadtwerke : Empörung über die Erhöhung der Strompreise

Das Stromnetz in und um Neumünster gehört nicht mehr den Stadtwerken. Das ist aus Sicht der SPD das Kernproblem und die Ursache der steigenden Strompreise.
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Das Stromnetz in und um Neumünster gehört nicht mehr den Stadtwerken. Das ist aus Sicht der SPD das Kernproblem und die Ursache der steigenden Strompreise.

Die SPD sieht sich nachträglich in ihrem Widerstand gegen den Verkauf der Strom- und Gasnetze bestätigt.

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24. Januar 2015, 06:00 Uhr

Neumünster | Die SPD hat sich voller Empörung über die erneute Erhöhung des Strompreises in Neumünster und den Umlandgemeinden durch die Stadtwerke geäußert. „Das ist ein Schlag ins Gesicht der Bürgerinnen und Bürger“, sagte der stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende Volker Andresen dazu in einer Pressemitteilung.

Die SWN hatten in der vergangenen Woche angekündigt, trotz sinkender Einkaufspreise an der Strombörse zum dritten Mal binnen 15 Monaten die Strompreise anzuheben – um fast 5 Prozent. Die Erhöhung sei unumgänglich, so die SWN. Sie verwiesen auf die drastisch gestiegenen, staatlich vorgegebenen Netzentgelte. Die müssten an die Kunden weitergereicht werden (der Courier berichtete).

Genau das ist für die SPD das Ärgernis. Bei der Festlegung der Netzentgelte wird das gesamte Netz der Schleswig-Holstein Netz AG (SH Netz) herangezogen, also große Teile Schleswig-Holsteins einschließlich Neumünster. Als die SWN noch selbst Eigentümer des Netzes waren, wurde es separat betrachtet. Dadurch waren die Entgelte im Vergleich immer weitaus günstiger. „Das lag auch an der Feinmaschigkeit der städtischen Netze. Durch die Abgabe der Netze soll nun eine Vereinheitlichung der Entgelte erreicht werden. Auf Deutsch heißt das: Jeder Stromverbraucher in Neumünster muss zusätzliche Preissteigerungen verkraften – und das auf Dauer“, meint Volker Andresen.

Die Stadt hatte 2009 ihre Gas- und Stromnetze in die neu gegründete SH Netz eingebracht und im Gegenzug den 24,9-Prozent-Anteil der Eon Hanse AG an den SWN zurückgekauft. Das war damals politisch umstritten und stieß auf Widerstand vor allem der SPD-Fraktion. „Die Entscheidung, die Netze zu verkaufen, war richtig“, sagte OB Dr. Olaf Tauras noch 2014 mit Blick auf den Investitionsbedarf in die Netze.

Die SPD sieht das anders. „Es sollte inzwischen jedem klar sein, dass der mit den Stimmen von CDU, FDP und Grünen beschlossene Verkauf der Netze sich für den Verbraucher nicht rechnet.“ In Kiel sei der Strompreis gerade gesenkt und in Lübeck beibehalten worden. Beide hätten beim Einkauf und der EEG-Umlage vergleichbare Voraussetzungen, aber noch die eigenen Netze.

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