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„Finsterbusch-Trio“ : Emotionales Spitzenkonzert

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Rund 250 Besucher lauschten den Klängen des „Finsterbusch-Trio“ im Theater in der Stadthalle.

Neumünster | Zwölf Saiten, drei Männer, ein Spitzenkonzert – so lässt sich das Konzert des „Finsterbusch-Trio“ am Montagabend im Theater der Stadthalle zusammenfassen. Das fünfte Abonnementskonzert des Kulturbüros lockte 250 Besucher an.

Das Trio bilden die drei Musiker renommierter Berliner Orchester, Andreas Finsterbusch (Violine), Christoph Starke (Viola) und Christoph Bachmann (Cello). Die drei Berliner Streicher hatten eine aufregende Mischung alter und moderner Meister im Programm. Von dem Dauerbrenner im Klassikbetrieb, Johann Sebastian Bach (1685-1750), spielten die Profi-Musiker die für Streicher eingerichtete Triosonate in C-Dur.

Kontrastreich und emotional tief ansprechend folgte darauf ein Stück des sowjetischen Komponisten Mieczyslaw Weinberg (1919-1996). Über das Werk des in Polen geborenen und nach Minsk emigrierten Juden sagte der Violinist Andreas Finsterbusch: „Er hat zwar ein großes Werk hinterlassen, aber wir als Streicher sind von ihm mit nur einem Stück beschenkt worden, und das möchten wir gerne mit Ihnen teilen.“

Das stellenweise bedrohlich wirkende dramatische Streichtrio Opus 48 aus dem Jahre 1950 lässt ungute Ahnungen im Zuhörer aufsteigen, die ihre Wurzeln in Weinbergs Auseinandersetzung mit dem Zweiten Weltkrieg haben mögen, in dem seine Familie ermordet worden ist. Mit viel Applaus und Fußgetrappel dankte das Publikum den Künstlern für den ersten Teil des Konzerts.

Nach der Pause stand ein Streichtrio des Frühromantikers Franz Schubert (1797-1828) auf dem Programm, gefolgt vom Vollender der Wiener Klassik, Ludwig van Beethoven (1770-1827). Die Besucherin Insa Neumann war ganz angetan von dem Konzert. „Es gefiel mir sehr gut. Weinberg fand ich nicht trübsinnig, sondern romantisch. Die Mixtur der Stücke ist sehr gelungen und stilistisch abwechslungsreich“, sagte der Klassik-Fan aus Boostedt. Ihre Begleiterin Regina Opitz aus Neumünster bekannte, dass sie während des Konzerts genussvoll die Augen geschlossen hatte: „Man hört so besser. Und manchmal trägt einen die Musik so.“

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