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Holsteinischer Courier

15. Dezember 2017 | 00:19 Uhr

Boostedt : Emmi Hansen gibt den Waldkater auf

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Anfang Mai wird die Gaststätte geschlossen. Seit 58 Jahren führt Emmi Hansen den Waldkater. Gästezimmer mit fließendem Wasser waren damals ein enormer Komfort

shz.de von
erstellt am 09.Jan.2014 | 05:30 Uhr

In diesem Frühjahr geht eine Ära in Boostedt zu Ende. Emmi Hansen wird Anfang Mai ihre Traditionsgaststätte „Zum Waldkater“ am Tegelbarg in Boostedt schließen.

Emmi, wie die Wirtin allenthalben liebevoll genannt wird, führt die Gaststätte bereits seit 1956. Gemeinsam mit ihrem 2011 verstorbenen Mann Hermann hatte die junge Frau damals die Dorfkneipe von ihrem Onkel Otto Rathge und dessen Frau übernommen, die diese nach einem Brand des alten Waldkaters (1915) zunächst im damaligen Altenteil wiedereröffnet hatten.

Seit rund 60 Jahren steht die Ur-Boostedterin hier nun Tag für Tag hinter dem Tresen. Unterstützt wird sie dabei von ihren beiden Töchtern Thea (58) und Renate (56). Doch nun soll damit Schluss sein. „Eigentlich sollte es noch bis zum Rentenalter meiner Töchter weitergehen, aber es ist einfach wirtschaftlich nicht mehr zu schaffen“, erklärte die 81-Jährige dazu gegenüber dem Courier.

„Früher war hier jeden Tag vom Nachmittag bis in den späten Abend an der Theke was los. So mancher Boostedter hat hier seine grüne Hochzeit, seine silberne und sogar goldene Hochzeit gefeiert.

Doch heute kommen nur noch wenige Gäste, um bei mir ihr Bierchen zu trinken“, erzählte die rüstige alte Dame nicht ohne Wehmut. Besonders gern erinnert sich Emmi Hansen auch an die Zeit des Baus der Kaserne und des Gaswerks. „Das waren immer nette Gäste. Mit denen gab es nie Probleme. Aber wenn mir doch einmal einer unsympathisch war, hat er von mir ordentlich Bescheid bekommen. Und wenn er sich nicht geändert hat, brauchte der auch nicht wiederzukommen“, berichtete die resolute Wirtin schmunzelnd.

Mit einigem Stolz erzählte sie auch, dass bereits ab 1958 in den Gästezimmern des Waldkaters fließendes Wasser zur Verfügung stand: „Das war damals ein ungeheurer Komfort“, meinte die unermüdliche Wirtschafterin.

Für die nächsten Jahre plant die Familie den Umbau der Gaststätte in ein Haus mit Wohnungen für die Mutter und ihre Töchter. „Platz genug ist ja da, und wir haben uns immer gut verstanden und zusammengehalten. So wird es auch in Zukunft bleiben“, sagte Emmi Hansen. Sie blickt schon wieder positiv in die Zukunft.






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