Rund 400 Besucher : Eltern-Messe des Jobcenters in Neumünster wächst weiter

Von Edeka-Recruiterin Carolin Gaffron (links) bekommt Nicole Schlack Informationen über die freien Arbeitsstellen.
Von Edeka-Recruiterin Carolin Gaffron (links) bekommt Nicole Schlack Informationen über die freien Arbeitsstellen.

Immer mehr Firmen präsentieren sich als familienfreundliche Arbeitgeber in der Stadt.

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10. September 2019, 13:31 Uhr

Eigentlich ist Nicole Schlack gelernte Altenpflegerin. Doch in ihrem Job wollte sie irgendwann nicht mehr arbeiten. Als Kommissioniererin fand sie bei einem großen Einzelhändler eine Alternative, die ihr Spaß machte und die sie jahrelang ausübte. Doch dann wurde die 39-Jährige aus der Innenstadt krank und schließlich gekündigt. Seitdem hat die Mutter einer zehnjährigen Tochter einen Minijob als Haushaltshelferin. „Aber ich würde gerne wieder mehr machen“, sagte sie. Auf der Messe „Jobs für Eltern“ war Nicole Schlack gestern daher genau richtig.

Zum sechsten Mal organisierte das Jobcenter von Arbeitsagentur und Stadt die Veranstaltung, die jedes Jahr weiter wächst und mehr Leute anlockt. Rund 400 waren es diesmal, deshalb war erstmals der Festsaal der Stadthalle gebucht. Zehn Firmen, dazu der gemeinsame Arbeitgeber-Service von Agentur für Arbeit und Jobcenter, der Stromspar-Check der Diakonie Altholstein, die Beratung
„Frau & Beruf“, das Expertenteam Bewerbungs-Check und die Beschäftigungsoffensive des Jobcenters bedeuteten zudem einen neuen Aussteller-Rekord.

„Entstanden ist die Messe aus einer bundesweiten Aktion zum Schulstart. Dahinter steht die Idee, Vätern und Müttern, deren Kinder jetzt in die Schule gekommen sind, neue berufliche Perspektiven aufzuzeigen. Aber wir richten uns hier an alle Eltern“, sagte Thorsten Hippe, Geschäftsführer des Jobcenters Neumünster. Das Format biete dabei ganz andere Möglichkeiten als die klassische Schreibtischberatung. Es könnten direkte Gespräche stattfinden. Inge Varchmin-Schindlbeck, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt und Messe-Organisatorin, betonte, dass immer mehr Arbeitgeber mit ihrer Familienfreundlichkeit Werbung machen.

Mit einer Neuerung im vergangenen Jahr traf das Jobcenter zudem ins Schwarze. „Weil die Messe-Situation für einige Besucher fremd ist, stellen wir Integrationsfachkräfte, die eine Brücke zu den Ausstellern bauen und Kontakte herstellen“, erklärte Thorsten Hippe.

Nicht nur die Besucher geben regelmäßig eine positive Rückmeldung, auch die Aussteller sind zufrieden. „Wir konnten im vergangenen Jahr hier eine offene Stelle in der Produktion besetzen“, sagte etwa Karola Lettau, Leiterin der Qualitätssicherung von Sysmex. Auch Carolin Gaffron, Recruiterin bei Edeka, berichtete von „vielen intessanten Kandidaten“: „Wir haben eine Ferien- und Notfallbetreuung für Eltern. Das kommt gut an. “

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