Sicher surfen : Eltern holten sich Tipps

Ina Rossmann und Sandra Daßler gaben Tipps über Gefahren im Internet und wie man sich dagegen schützen kann.
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Ina Rossmann und Sandra Daßler gaben Tipps über Gefahren im Internet und wie man sich dagegen schützen kann.

In der Stadtbücherei informierten Referenten des Offenen Kanals über die Gefahren im Internet sowie über Schutzfilter und deren Wirkung.

shz.de von
27. März 2017, 16:00 Uhr

Neumünster | Im Internet gibt es zahlreiche Seiten, vor denen Kinder und Jugendliche besser geschützt werden sollten. „Googeln Kinder nach Hamstern und dann nach süßen Hamstern, stoßen sie bald nicht mehr auf die Tiere“, erklärte die Referentin des Offenen Kanals Schleswig-Holstein (OKSH), Sandra Daßler, beim Filtercafé in der Stadtbücherei. Um Eltern die Sorge zu nehmen, dass ihre Kinder auf pornografischen, rassistischen oder illegalen Seiten landen, klärten Mitarbeiter des OKSH sie über verschiedene Schutzfilter für Tablets, Smartphones und Computer auf.

Doch Henning Evers, freier Mitarbeiter beim OKSH, warnt: „Kein Filter ist perfekt. Alle haben ihre Grenzen und sind zeitintensiv.“ Denn die meisten Filter arbeiten mit zwei Grundprinzipien: der Whitelist (Weiße Liste) und der Blacklist (Schwarze Liste). Auf der Whitelist werden alle Internetseiten eingetragen, die geöffnet werden dürfen, auf der Blacklist, alle Seiten, die nicht geöffnet werden dürfen. „Doch die Listen müssen ständig erweitert werden. Beispielsweise ändern illegale Videoportale häufig Teile ihrer Internetadresse“, weiß Evers.

Die Gefahren im Internet kennt auch Kai Klabunde (42). Sein zehnjähriger Sohn Jonas soll nun sein erstes Smartphone bekommen. „Viele Freunde von Jonas haben bereits ein Smartphone, jetzt möchte er natürlich auch eins haben“, erzählte Klabunde. Doch dann eben mit verantwortungsbewusster Nutzung. „Noch ist Jonas sexuelles Interesse vielleicht nicht so groß, aber es wird kommen. Und man kennt ja den Dreck, den es im Internet gibt. Davor möchte ich ihn schützen.“ Die Nutzung des Computers zu Hause hat Klabunde bereits mit Hilfe der Internetbox zeitlich eingeschränkt. Nach einer gewissen Zeit schalten sich alle Geräte aus.

Vor gut zehn Jahren richteten Mitarbeiter des OKSH eine extra Sparte mit dem Thema Medienkompetenz ein. Denn es ist ihnen wichtig, dass technische Geräte nicht nur bedient werden können, sondern auch bewusst und verantwortungsvoll damit umgegangen wird. In Kooperation mit der Bücherzentrale Schleswig-Holstein gründeten sie das Filtercafé und touren in diesem Jahr durch 20 Bibliotheken im Land. In die Stadtbücherei brachten sie zwei Tablets und vier Laptops mit, an denen die Besucher    verschiedene Filter ausprobieren konnten. Denn darauf legt Evers Wert: „Die Eltern sollen selber ausprobieren, was am besten auf ihre Kinder zutrifft. Nur so kann der Schutzfilter sinnvoll eingesetzt werden.“


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