Holstenschule : Eltern fordern Tempo 30

Alltag an der Wittorfer Straße: Schüler, die im Laufe des Tages die Klassenräume wechseln müssen, nehmen den direkten Weg über die Straße. Eine Ampel befindet sich erst an der Kreuzung zur Schützenstraße.
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Alltag an der Wittorfer Straße: Schüler, die im Laufe des Tages die Klassenräume wechseln müssen, nehmen den direkten Weg über die Straße. Eine Ampel befindet sich erst an der Kreuzung zur Schützenstraße.

Ein Schreiben an die Stadt brachte keinen Erfolg. Jetzt wurden 250 Unterschriften gesammelt.

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12. Februar 2016, 07:30 Uhr

Neumünster | „Muss wirklich erst etwas passieren?“ Arno Engelmann ist besorgt. Wie viele Eltern und Lehrer befürchtet der Leiter der Holstenschule, dass es an der Wittorfer Straße im Bereich der Schule zu einem schweren Unfall kommen könnte. Eine Initiative des Schulelternbeirats fordert daher die Einrichtung einer Tempo-30-Zone. Der Antrag wurde am Mittwochabend auf der Sitzung des Stadtteilbeirats Stadtmitte vorgestellt.

„Die Problematik liegt darin, dass unser Schulgrundstück durch die Wittorfer Straße durchschnitten ist. Neben dem alten Gebäude zwischen der Altonaer und Wittorfer Straße nutzen wir auch die ehemalige Theodor-Storm-Schule auf der gegenüberliegenden Straßenseite für den Oberstufenunterricht“, erklärte Engelmann. Schüler, die im Laufe des Tages die Klassenräume wechseln müssten, nutzten jedoch nicht die Ampel an der Kreuzung Wittorfer Straße/Schützenstraße, sondern gingen den kurzen Weg direkt über die Straße. „Das war nicht problematisch, solange dort Kopfsteinpflaster vorhanden war und in diesem Bereich Tempo 30 galt. Seit sich der Straßenbelag geändert hat, ist das anders. Der glatte Asphalt verführt die Autofahrer dazu, Gummi zu geben. Wir bitten daher darum, dort wieder eine Tempo-30-Zone einzuführen“, sagte Engelmann. Vor den Asphaltierungsarbeiten im Jahr 2013 hatte es im Bereich der Schule eine entsprechende Geschwindigkeitsbegrenzung gegeben.

Ein Schreiben der Holstenschule an die Stadtverwaltung brachte jedoch keinen Erfolg. „Sowohl in der Altonaer Straße als auch in der Wittorfer Straße sind in Form von Ampeln ausreichend Querungshilfen vorhanden, um eine sichere Querung der Straße für Schulkinder zu gewährleisten. Sofern diese Ampeln nicht genutzt werden, liegt dies in der Verantwortung des Kindes selbst. Hier kann nicht durch Geschwindigkeitsreduzierungen eine vermeintliche Sicherheit für die Querung signalisiert werden, die es nicht gibt“, heißt es in der schriftlichen Antwort der Verkehrsaufsicht.

Für Arno Engelmann steht jedoch fest, dass sich die Situation nicht durch gutes Zureden entschärfen lässt: „Natürlich weisen wir die Schüler darauf hin, dass sie sich verkehrsgerecht verhalten sollen. Aber es entwickelt sich auch eine gewisse Gruppendynamik, wenn sie im Pulk unterwegs sind.“

Locker lassen wollen die Initiatoren trotz der Absage der Stadt nicht. „Wir haben 250 Unterschriften für die Einrichtung einer Tempo-30-Zone gesammelt. Wir wären auch einverstanden, wenn diese  Tempobeschränkung zeitlich begrenzt wäre“, sagte Juliane Laudenbach vom Schulelternbeirat.

Stadtteilvorsteherin Antje Klein (SPD) kann die Sorgen nachvollziehen: „Ich habe mir die Situation  zu verschiedenen Zeiten angesehen. Was sich dort abspielt, ist wirklich atemberaubend.“ Sie kündigte an, die Unterschriften entgegenzunehmen und das Anliegen im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss vorzubringen.

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