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Kitastreik: : Eltern dürfen nicht selbst betreuen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Versicherungen wollen Risiken bei einer Kita-Betreuung durch Laien nicht tragen. Ab sechs Tagen Streik soll es Gebührenerstattungen geben

von
erstellt am 19.Jun.2015 | 05:30 Uhr

Neumünster | Aus dem geplanten Kita-Notdienst durch Eltern wird in Neumünster vorerst nichts. „Die Versicherungen spielen nicht mit. Unter diesen Voraussetzungen können wir den Eltern den Freiwilligendienst nicht zumuten, das Risiko wäre zu groß“, stellte die Vorsitzende des Kreiselternbeirats Marion Khabiri gestern gegenüber dem Courier klar.

Damit zerschlagen sich Überlegungen streikgeplagter Eltern – im Falle eines erneuten Kita-Streiks – die Kinder in wechselnden Schichten selbst in den Kitas zu betreuen. Die Stadt hatte den Eltern angeboten, für die Selbsthilfe Räumlichkeiten in den bestreikten Kitas zur Verfügung zu stellen, sofern auch die Versicherungen mitziehen. Die Versicherungskosten wollte für diesen Fall die Stadt übernehmen.

Allerdings fand sich keine Versicherung, die die Unfallgefahren bei der Aufsicht durch Kita-Laien absichern wollte. „Wir haben mit sieben Versicherungen verhandelt, alle haben abgewunken“, bedauerte gestern Jörg Asmussen, Leiter des Fachdienstes Frühkindliche Bildung bei der Stadt.

„Unter diesen Bedingungen haben natürlich auch viele Eltern einen Rückzieher gemacht“, sagte Birgit Petschner von der Elternvertretung der Kita Einfeld. Der Dienst sei guten Gewissens ja auch gar nicht mehr leistbar. Sollte erneut gestreikt werden, würden sich die Eltern jetzt eher im privaten Kreis zusammentun, um sich gegenseitig zu entlasten, sagte Petschner.

In der Elternschaft hofft man jetzt, dass es dazu gar nicht mehr kommen möge: „Wir hören immer häufiger, dass auch die Kita-Beschäftigten streikmüde sind und sich sehnlichst ein Ende der Auseinandersetzung wünschen“, sagte Marion Khabiri : „Wir sind voller Hoffnung, dass es zügig zu einem Kompromiss im Tarifstreit kommt.“

Der Tarifstreit zwischen den Kita-Beschäftigten und den kommunalen Arbeitgeberverbänden befindet sich seit Anfang vergangener Woche im Schlichtungsverfahren. Es gilt Friedenspflicht, es darf also nicht gestreikt werden. Für kommenden Dienstag wird ein Schlichtspruch erwartet, dem dann beide Seiten zustimmen müssten. Kommt es zu keiner Einigung, könnte der Kitastreik wieder aufflammen. In der kommenden Woche dürfte der Kitabetrieb aber in jedem Fall noch wie gewohnt weiterlaufen.

Unterdessen wird im Rathaus an einer neuen Gebührensatzung für die städtischen Kitas gefeilt. Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras hat bereits angekündigt, den Eltern die Gebühren für die Streiktage seit 1. März rückwirkend zu erstatten (der Courier berichtete).

Für künftige Tarifauseinandersetzungen soll dann die Fünf-Tage Regel gelten: Ab dem sechsten Streiktag in einem Kita-Jahr soll es Erstattungen geben; die Streiktage müssen dabei nicht zusammenliegen. Eltern, die ihre Kinder in einer Notgruppe unterbringen, müssen sich das bei der Erstattung allerdings anrechnen lassen – voraussichtlich mit dem halben Gebührensatz.

Beide Regelwerke müssen von der Selbstverwaltung genehmigt werden. Voraussichtlich wird sich der Rat in seiner Sitzung am 14. Juli mit dem Thema befassen.

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