Prehnsfelder Weg : Elf Stunden für den Brückenabriss

Peter Caspar-Hamel, Kommunikationsbeauftragter von Via Solutions Nord, steht auf der Brücke Prehnsfelder Weg über die A  7, deren Tage gezählt sind.
Peter Caspar-Hamel, Kommunikationsbeauftragter von Via Solutions Nord, steht auf der Brücke Prehnsfelder Weg über die A 7, deren Tage gezählt sind.

In der Nacht vom 13. zum 14. Juni wird die Brücke Prehnsfelder Weg über die A 7 abgerissen. Es ist die einzige in Mittelholstein in 2015.

shz.de von
20. Mai 2015, 10:15 Uhr

Neumünster | Eigentlich haben die Bauarbeiter Routine, aber passieren kann immer etwas, vor allem wegen des äußerst engen Zeitplans. In nur elf Stunden soll in der Nacht von Sonnabend, 13. Juni, um 22 Uhr auf Sonntag, 14. Juni, um 9 Uhr die Brücke im Verlauf des Prehnsfelder Weges über die A  7 abgerissen werden. Es ist in diesem Jahr das einzige größere Bauwerk an der Autobahn, das im Bereich Mittelholstein für den Ausbau auf sechs Spuren weichen muss. Die Schnellstraße ist zwischen den Abfahrten Neumünster-Nord und Neumünster-Mitte während der Bauarbeiten komplett gesperrt.

Etwa sieben Monate werde eine Querung an der Strecke vom Tierpark und Hahnknüll nach Wasbek nicht möglich sein, sagt Peter Caspar-Hamel, Kommunikationsbeauftragter von Via Solutions Nord. Das ist die Projektgesellschaft zum Ausbau der A  7 zwischen den Autobahndreiecken Hamburg-Nordwest und Bordesholm. Anschließend soll eine neue, um etwa 15 Meter verlängerte Brücke fertig sein.

Der Abriss ist quasi minutiös geplant. Bereits kurz vor der Vollsperrung werden die Flutlichtmasten aufgebaut, die vermutlich vier Spezialbagger bringen sich in Stellung. Sobald das letzte Auto die Brücke passiert hat, wird die Fahrbahn dann mit einer rund einen Meter dicken Sandschicht abgedeckt, damit herumfliegende Beton- und Stahlteile den Asphalt nicht beschädigen. Anschließend wird es laut und schmutzig. Mit brachialer Gewalt zerstören die Maschinen Stahl und Beton. „Die sind wie riesige Dinosaurier, die immer Stück für Stück weiter knabbern“, beschreibt Peter Caspar-Hamel das Szenario. Nur rund ein Dutzend Arbeiter wird vor Ort sein. Die rund 1500 Tonnen Schutt sollen großteils noch in der Nacht abgefahren, der Rest an den Fahrbahnrand geschoben werden. „Sämtliche Brocken werden beim Neubau der Fahrbahn wiederverwertet“, sagt Caspar-Hamel.

Die neuen, 2018 zur Fertigstellung geplanten Fahrspuren bestehen nämlich nicht mehr aus Asphalt, sondern aus Beton, lediglich im Bereich Neumünster-Mitte soll sogenannter „Flüster-Asphalt“ zum Einsatz kommen, weil er leiser ist. „Beton ist zwar teurer, aber haltbarer“, sagt der Experte.

Sobald die Brücke und ihre Träger entfernt wurden, muss der Sand noch von der Fahrbahn gefegt werden. Abschließen befestigen die Arbeiter auch noch die vorab demontierten Leitplanken. Dann kann der Verkehr wieder rollen. Bereits vor ein paar Wochen war die A7 im Bereich Quickborn / Henstedt-Ulzburg zwölf Stunden für den Abriss mehrerer Brücken gesperrt. Damals wurden die Arbeiter erst eine Stunde nach der ursprünglich vorgesehenen Freigabe fertig. „Das ist noch im Rahmen, aber später darf es nicht werden, sonst drohen finanzielle Strafen“, sagt Caspar-Hamel. Aber er ist optimistisch: „Wir sind insgesamt gut im Zeitplan mit dem Ausbau.“

> Am Mittwoch, 27. Mai, um 18 Uhr gibt es eine Info-Veranstaltung zum Brückenabriss im Jugendzentrum Wasbek, Schulstraße 16.

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