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Zirkus-Krone-Tierhaltung : Elefanten werden täglich geduscht

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Gestern kamen die Tiere an / Befürworter und Gegner sind startklar / Zirkus: „Wir haben eine Politik des offenen Hauses“

Neumünster | Quer über den Platz machten sich die Seelöwen lautstark bemerkbar, Nashornbulle Tsavo beobachtete das hektische Treiben im riesigen Zirkuszelt gegenüber, wo Menschen umherwuselten: Gestern zogen auf dem Jugendspielplatz auch die tierischen Akteure ein. Zum Gastspiel des Zirkus’ Krone von morgen bis zum 22. September (www.circus-krone.de) machen sich aber auch Gegner und Befürworter startklar – ein Procedere, dass das Zirkus-Team kennt.

„Wir praktizieren eine Politik des offenen Hauses, man kann schauen, wie geprobt wird und die Tiere geputzt und gefüttert werden. Am heutigen Freitag ist der Zoo kostenlos von 10 bis 13 Uhr offen, man kann sich überzeugen, wie die Tiere gehalten werden und wie gut es ihnen geht. In den letzten Jahren gab es keinen einzigen negativen Eintrag bei der Amtstierarzt-Kontrolle“, sagt Pressesprecherin Dr. Susanne Matzenau. In Neumünster überprüft die städtische Veterinärin Dr. Katja Busch die Tierhaltung. „Das ist ein sehr transparenter Zirkus, der viel in seine Tiere investiert und sie vorbildlich hält. Wir haben bereits im März die erforderlichen Papiere mit Fotos von jedem Tier bekommen“, sagt sie. Anhand von Listen checkt sie vieles: Käfigabmessungen, Futterbevorratung (pro Woche 3,5 Tonnen Heu, 1000 Gramm Fleisch, 500 Kilogramm Fisch), das Gesundheitsmanagement sowie Hygiene – eine tägliche Dusche für Elefanten – und den allgemeinen Gesundheitszustand. Gecheckt wird auch das angewärmte Trinkwasser für die Elefanten, ihr Platzbedarf (für bis zu drei Tiere sind es 100 Quadratmeter, für jedes weitere 20 Quadratmeter mehr) oder ein Badebecken für die Tiger. Die Veterinärin erwartet keine größeren Probleme. „Bei anderen mussten wir Unterlagen hinterherlaufen. Es gibt noch schwarze Schafe, aber nur die besser geführten Unternehmen mit Tierschutz als Imagefaktor haben überlebt.“

„Wir lieben unsere Tiere, wie kann man uns unterstellen, dass wir sie schlecht behandeln? Nur wenn es ihnen gut geht, können wir mit ihnen arbeiten“, sagt Seelöwen-Tiertrainer Roland Duss. Papagei-„Flüsterer“ Allessio Fochesato präsentiert seine Vögel in der geräumigen Voliere: „Alles, was sie machen, sind natürliche Bewegungen. Sie fliegen frei durchs Zelt.“ Über den Platzbedarf von Löwen sagt Dr. Susanne Matzenau: „Forschungen haben ergeben, dass sie 17 Stunden am Tag schlafen, wenn sie Futter hatten. Kein Wildtier geht mit seiner Energie verschwenderisch um.“

Das Gastspiel des Zirkus Krone ruft Fans und Gegner von Tierdressuren gleichermaßen auf den Plan. Beide haben Kundgebungen bei der Stadt angemeldet. Jeweils kurz vor den Vorstellungen zeigen die Gegner heute und morgen ab 14 Uhr und ab 18.30 Uhr, am Sonntag ab 12.30 Uhr mit einem Info-Stand an der Carlstraße/Ecke Sedanstraße Präsenz. Die Zirkus-Anhänger werben von heute bis Montag ab 14 und ab 18.30 Uhr (Dienstag nur ab 14 Uhr) auf der anderen Straßenseite der Carlstraße an den drei Zirkuseingängen für ihre Sicht.

„Von der Ordnungsbehörde wurden beide Parteien ganz bewusst getrennt“, sagt Stadtsprecher Stephan Beitz. Gleiches gilt für den Demonstrationszug der Zirkusdressur-Gegner am Sonntag. Er führt ab 11.30 Uhr vom Rathaus über den Großflecken, Kuhberg, Rendsburger und Carlstraße und endet an der Roonstraße. Beitz: „Wir möchten eine friedliche Veranstaltung."

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erstellt am 18.Sep.2015 | 06:45 Uhr

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