zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

12. Dezember 2017 | 06:14 Uhr

Aukrug : Eldorado für Wanderfische

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Glasbek wurde erfolgreich renaturiert: Viele Fischarten haben das Gewässer angenommen.

von
erstellt am 13.Mär.2015 | 11:00 Uhr

Aukrug | In der 2012 renaturierten Glasbek haben sich schon jetzt Fischarten angesiedelt, die bislang in Aukrug als ausgestorben galten. Darauf ist man beim Wasser- und Bodenverband (WBV) Bünzau besonders stolz. Die Glasbek-Renaturierung ist nun auch offiziell abgeschlossen: 455 000 Euro aus EU- und Landesmitteln hat der WBV Bünzau eingesetzt, um die bis 2012 fast durchgängig verrohrte Glasbek wieder in ein so natürlich wie möglich durch die Wiesen mäandrierendes Bächlein zu verwandeln.

„Wir entwickeln die Ideen und formulieren die Ziele und müssen gleichzeitig nachweisen, dass die Maßnahmen notwendig sind, um den angestrebten guten ökologischen Zustand zu erreichen“, erläuterte WBV-Geschäftsführer Günter Maaß. Wird das Konzept wie im Falle der Glasbek gebilligt, kann der WBV beim Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz eine 100-prozentige Förderung durch EU und Land beantragen. „Sonst wären solche Maßnahmen für uns ja auch gar nicht möglich“, sagte WBV-Chef Gerd Looft-Böttiger. Gleiches gilt für die drei Sandfangtaschen und die neue Sohlgleite der Bünzau, die im vergangenen Jahr für insgesamt 40 0000 Euro entstanden. Alles Maßnahmen, die dazu dienen, die Durchgängigkeit des Gewässers von der Mündung bis zur Quelle für Fische und andere Lebewesen wiederherzustellen. „Alle Wanderfische kommen hier lang: Flundern, Eschen, Lachse, Forellen, Hechte“, zählte Hartwig Hahn, Referent für Gewässer beim Landessportfischerverband, auf und lobte die neue Sohlgleite: „Das Gefälle der Absturzkante, die hier früher war, wurde auf 200 Meter Au verteilt.“ Die neuen Sandfangtaschen sollen dafür sorgen, dass das kiesige Bachbett, das die Fische zum Laichen brauchen, nicht versandet.

Besonders stolz ist der Verbandsvorsteher auf die Entwicklung der Glasbek. Zusammen mit dem Fischerei-Biologen des Landessportfischerverbandes, Martin Purps, hat Hartwig Hahn vor knapp einem Monat beim Testfischen in der Glasbek nicht nur über 70 Forellen, sondern auch Elritzen, Häslinge und Neunaugen-Querder registriert. „Forellen sind hier gar nicht ausgesetzt worden, die haben sich hier also vermehrt, ohne dass wir irgendwas für sie getan hätten“, sagte Hahn.

Und es geht weiter: 2016 soll eine Sohlanhebung der Bünzau zwischen den Zuflüssen der Bredenbek und Wischbek für Vernässung des Autals sorgen. „Nördlich der B 430 wollen wir insgesamt noch 40 Einzelmaßnahmen Stück für Stück abarbeiten“, kündigte Maaß an. Einen zusätzlichen Schub für seine Arbeit erhofft sich der WBV aus der „Allianz für Gewässerschutz“, im Rahmen derer der Randstreifenschutz an sogenannten „Vorranggewässern“ in Schleswig-Holstein verbessert werden soll. „Da haben wir uns schon mit 100 Landeigentümern unterhalten“, so Maaß, „mit dem Verkaufen der Flächen tun sich viele schwer, aber wir können den Landwirten nun auch eine Entschädigung anbieten, wenn sie einen zehn Meter breiten Streifen an der Au aus der Nutzung nehmen.“  



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen