Neumünster : Eisbären erobern die Herzen

Green-Screen-Filmfestival: 450 Zuschauer waren beim Auftakt in den Holstenhallen dabei.
Green-Screen-Filmfestival: 450 Zuschauer waren beim Auftakt in den Holstenhallen dabei.

Green-Screen-Filmfestival: 450 Zuschauer waren beim Auftakt in den Holstenhallen dabei.

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06. August 2018, 07:30 Uhr

Neumünster | Zwei Eisbärenbabys rutschen auf dem Eis, rangeln und kuscheln mit ihrer Mutter: Hoch emotionale Szenen erlebten rund 450 Zuschauer am Sonnabend beim Green-Screen-Filmfestival in der Holstenhalle 2 und litten mit der Eisbärenmama „Frost“ mit, die ihre beiden Kinder verlor. Wenn es nach dem Raunen des Publikums ging, war der Film „Auf Wiedersehen, Eisbär“ von Asgeir Helgestad der Favorit.

Über zwei Stunden gab es beim Auftakt der Film-Tour für den Publikumspreis des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages drei faszinierende Naturfilme zu sehen, die in den Himalaya, die Tessiner Alpen und nach Spitzbergen entführten. Gute Plätze waren begehrt: Schon eine Stunde vor dem Einlass standen die ersten Zuschauer vor der Tür.

Courier-Redaktionsleiter Hannes Harding (von links), Green-Screen-Sprecher Michael von Bürk und sein Team mit Ria Marzian, Paula Lubitz und Christian von Bürk freuten sich über 450 Zuschauer.
Vaquette
Courier-Redaktionsleiter Hannes Harding (von links), Green-Screen-Sprecher Michael von Bürk und sein Team mit Ria Marzian, Paula Lubitz und Christian von Bürk freuten sich über 450 Zuschauer.
 

Courier-Redaktionsleiter Hannes Harding und Green-Screen-Sprecher Michael von Bürk begrüßten das Publikum: „Die Filme zeigen, wie wir mit unserem Planeten umgehen sollten“, so Bürk. Genau darauf setzte Eisbär-Filmer Asgeir Helgestad mit starken Bildern und persönlichen Botschaften aber auch mit Schock-Effekten: Der Nachwuchs von „Frost“ starb: „Lucky“ wurde erschossen; „Leif“ verendete an einer Überdosis Betäubungsmittel. Doch die eigentliche Gefahr ist der Klimawandel. Bilder von früher und heute demonstrierten, dass die globale Erderwärmung ehemalige Frostland-schaften unter Wasser setzt: „Das ist die Geschichte einer Welt, die rasend schnell dahinschmilzt. Ich bin vielleicht die letzte Generation, die Eisbären auf dem Eis beobachtet“, so Helgestad. Und auch wenn vier Jahre später „Frost“ wieder mit ihren nächsten Kindern „Snow“ und „Ice“ übers Eis tollt, hinterfragt er das vermeintliche Idyll: Müssen die Eisbären ein Funkhalsband tragen und mit Farbe auf dem Fell markiert werden, damit sie überleben und der Klimawandel erforscht wird?

Der Favorit von Bosse Weeber (8) aus Heidelberg war der Eisbären-Film. Seine Oma Monika Klüver (67) aus Mühbrook fand den Panda-Film am interessantesten.
Vaquette
Der Favorit von Bosse Weeber (8) aus Heidelberg war der Eisbären-Film. Seine Oma Monika Klüver (67) aus Mühbrook fand den Panda-Film am interessantesten.
 

Eine heile Welt schilderte dagegen der Film „Wunderwelt Schweiz – Das Tessin“: Die Zuschauer wurden in den Mikrokosmos von Perlmuttfaltern und Alpenbock entführt, der sich mit wunderschönen Luftaufnahmen abwechselte. In die geheime Welt des scheuen kleinen Pandas reisten die Zuschauer im dritten Film, in dem die Bedrohung durch Staudämme thematisiert wurde. Marlene Ehmcke (76) aus Großharrie und Enkelin Lillie Schneider (13) aus Hoffeld waren von allen Filmen begeistert, entschieden sich aber für die Eisbären: „Der Film war sehr eindringlich und dicht, ich habe mein Wissen über den Klimawandel aufgefrischt“, sagt Lillie.

Für den Eisbären-Film entschieden sich (von links) Bernd Noske (55), seine Lebensgefährtin Frauke Vogt (56) und Ilona Will (47). Martina Nowak (41, rechts) fand den Panda-Film am besten.
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Für den Eisbären-Film entschieden sich (von links) Bernd Noske (55), seine Lebensgefährtin Frauke Vogt (56) und Ilona Will (47). Martina Nowak (41, rechts) fand den Panda-Film am besten.
 

Der sh:z-Publikumspreis, der beim Green-Screen-Festival (12. bis 16. September) verliehen wird, ist mit 1000 Euro dotiert.

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