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Tierpark Neumünster : Eisbär-Gehege: Zerstörten Vandalen das dicke Glas?

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Metergroßer Riss in der äußeren Verglasung des Eisbärengeheges: Tierpark-Chefin Verena Kaspari ärgert sich.

shz.de von
erstellt am 18.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Neumünster | Ein riesiger Sprung ist deutlich in der dicken Scheibe zu sehen. „Das sieht so aus, als ob jemand was dagegengeschmissen hat“, mutmaßte ein Besucher. In der doppelten Glasscheibe des Eisbärengeheges ist auf der Außenseite ein metergroßer Riss zu sehen. „Mitarbeiter haben am Sonnabendmittag einen Knall gehört, dann kamen auch schon aufgeregte Besucher“, sagt Tierpark-Chefin Verena Kaspari, die selbst nicht vor Ort war. Ihr Team habe daraufhin vorbildlich reagiert: Tierpfleger lockten die Eisbären Larissa (26) und Vitus (17) geistesgegenwärtig in ihren Stall und damit aus der Gefahrenzone.

„Vitus soll mit seinem Ball gespielt haben und gegen die Scheibe gekommen sein. Der Hersteller hat mir aber versichert, dass die Bälle, und zwar weit größere, an alle Eisbärenhalter in Europa geliefert wurden und nie etwas passiert ist“, erklärt die zoologische Leiterin, die aber über weitere Ursachen wie auch Vandalismus nicht spekulieren mag – „wir wissen nicht, was passiert ist.“ Wichtig sind jetzt erstmal die Tiere: „Die waren auf Zupfiff im Stall, total ruhig, auch ohne Training, ganz toll, ohne Murren und Knurren. Wir haben da ein Notfallprozedere. Das Wasser wurde abgelassen, die Filter gestoppt.“ Damit den Tieren im Stall nicht langweilig wird, werden sie noch mehr als sonst beschäftigt, bekommen Spielzeug und das Futter in kleineren Portionen. Vitus döste gestern für die Besucher sichtbar im Außenteil des Stalls und macht einen total entspannten Eindruck. Larissa steckte ab und zu mal die Nase heraus. „Die Tiere haben keinen Stress, weder miteinander noch mit den Tierpflegern. Wir tun alles, damit die Tiere bespaßt werden.“

Wie die fünf Zentimeter dicke Scheibe von außen springen konnte, ist nicht klar. Wichtig ist eine schnelle Reparatur, betont die Tierpark-Chefin. Provisorisch wird in den nächsten Tagen eine weitere Mehrfachverbund-Glasscheibe vor die kaputte Stelle gesetzt, damit die Bären schnell wieder ins Freie können. In sechs bis acht Wochen wird die neue, 180 Kilo schwere Scheibe mit einem Kran eingesetzt. Wie sich herausgestellt hat, wurde beim Bau der Anlage 1995 nicht das richtige Silikon verwendet und es tröpfelt. Deswegen werden die Silikonfugen auch in einem anderen Bereich herausgekratzt und erneuert, allerdings erst im Frühjahr, so Verena Kaspari.

Die sonst so fröhliche Tierpark-Chefin ist sauer. Denn auch zwei Scheiben am Ottergehege wurden eingeschlagen und ein Elektrozaun bei den Bibern sichtlich durchgekniffen. „Die Füchse hätten sich die Tiere holen können“, schimpft sie. Wie immer haben alle Tierpfleger in ihren Revieren die Besucher im Blick. „Wenn jemand auffällig lange an einem Gehege steht, gehe ich auch schon persönlich hin.“

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