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Schleswig-Holstein Musik Festival : Einzigartige Klänge im Auktionsring

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das Mandolinen-Genie Avi Avital begeisterte rund 600 Besucher bei seinem Konzert im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals.

shz.de von
erstellt am 24.Jul.2017 | 08:00 Uhr

Neumünster | Mit stehenden Ovationen dankten rund 600 Besucher am Sonnabendabend Avi Avital und zwei herausragenden Musikerfreunden für einen glänzenden Höhepunkt des Schleswig-Holstein Musik Festivals (SHMF). Kaum einen Musikliebhaber hielt es zum Abschluss des Konzerts der drei Ausnahmekünstler auf seinem Platz in der ausverkauften Auktionshalle der Holstenhallen.

Das Mandolinen-Genie Avi Avital ist in diesem Jahr der Porträtkünstler des SHMF. Es war sein achtes von 20 Konzerten, das der Israeli im Rahmen des SHMF gibt. Die Besucher der Holstenhallen bekamen zudem das letzte gemeinsame Konzert von Avi Avital mit der Akkordeonistin Ksenija Sidorova und des Percussionisten Itamar Doari geboten. „Diese Drei bilden eine wunderbare Einheit, es klingt einfach fantastisch“, sagte Sigrid Gabriel-Jürgens aus Felde begeistert.

Das Trio bestach bei der Präsentation des Projekts „Between Worlds“ (Zwischen den Welten) durch ein Zusammenspiel, das sich nicht nur musikalisch ausdrückte. Das Publikum spürte: Die Drei mögen sich, sie mögen ihre Instrumente und lieben die Musik, die sie zusammen erschaffen. Immer wieder strahlten sich die Künstler gegenseitig an und nahmen sich beim Applaus in die Arme.

Avital erlangte weltweite Bekanntheit vor allem durch seine ungewöhnliche Spielweise und Stückauswahl, mit der er die Mandoline aus der verstaubten Ecke der Volksmusik heraus geholt und populär aufpoliert hat. Dementsprechend lässig gab sich der Künstler auch auf der Bühne: Mit Drei-Tage-Bart und Wuschelhaar, offenem weißen Hemd unter dem dunklen Anzug reckte er gerne nach einem Stück sein mandelförmiges Zupfinstrument in die Luft.

Und während des Spiels erinnerte Avital bisweilen an einen Rock-Gitarristen, der forsch in die Saiten greift und zum Sound mit dem Kopf wippt. Das konnte allerdings ein Teil der Zuschauer nur erahnen, weil der Künstler ihnen auf seinem Stuhl den Rücken zudrehte. Die Bühne in der Rinderauktionshalle ließ nichts anderes zu, denn sie steht mittig im Publikum. Dennoch war das Klangerlebnis einzigartig: Rumänische Volkstänze von Béla Bartók, die Ernest Blochs Kammermusik und brasilianische Musik von Heitor Villa-Lobos in dieser neuen Instrumentenkombination zu hören, war einfach beglückend.

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