Kommentar : Einseitige Entlastung

Die bestehende Landeseinrichtung am Haart (gelb schraffiert) wird um das bisher leerstehende Kasernengebäude 5 und eine rund 8000 Quadratmeter große Fläche (gelber Rahmen) erweitert. Die weiteren Kasernengebäude (unten) sind nicht für eine Wohnnutzung geeignet.
Die bestehende Landeseinrichtung am Haart (gelb schraffiert) wird um das bisher leerstehende Kasernengebäude 5 und eine rund 8000 Quadratmeter große Fläche (gelber Rahmen) erweitert. Die weiteren Kasernengebäude (unten) sind nicht für eine Wohnnutzung geeignet.

Die Landesregierung handelt zu Lasten von Neumünster, findet unser Kommentator

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24. Oktober 2014, 06:30 Uhr

Die Entscheidung der Landesregierung, die Unterkunft für Flüchtlinge am Haart zu erweitern und einen Ableger in Boostedt zu schaffen, ist grundsätzlich richtig. Wenn nur Platz ist für 400 Menschen, aber 800 Betten dringend benötigt werden, muss eine Landesregierung handeln. Die Menschen flüchten sich nun einmal aus aller Welt zu uns, und eine Unterbringung in Zelten ist für ein reiches Land wie Deutschland moralisch nicht vertretbar. Zur Entlastung eine zweite zentrale Unterkunft in einem anderen Landesteil zu schaffen, wäre dagegen einfach unpraktikabel und teurer.

Aber ein Punkt aus der Begründung der Staatssekretärin Manuela Söller-Winkler nervt gewaltig: „Von der Erweiterung erhoffen wir uns auch eine Entlastung der Kreise.“ Das ist gut und schön, aber es ist eine Entlastung der Kreise zum Nachteil von Neumünster. Die Stadt (und Boostedt) müssen die doppelte Zahl von Flüchtlingen „verdauen“. Und das muss sich künftig im Finanzausgleich widerspiegeln. In Form von Geld für Neumünster.

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