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Demografischer Wandel : Einsatzkräfte in der Stadt überaltern

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Auch bei den Einsatzkräften in Neumünster schlägt der demografische Wandel zu: Vor allem bei der Polizei ist das Durchschnittsalter hoch. Gepaart mit einer steigenden Arbeitsbelastung bringt diese Tendenz zunehmend Probleme.

Neumünster | Die Polizei in Neumünster weist ähnlich wie viele Dienststellen im Land ein hohes Durchschnittsalter auf. Die Beamten der hiesigen Kriminalpolizei liegen mit 45,9 Jahren im Landesvergleich sogar an zweiter Stelle hinter der Polizeidirektion Lübeck mit 47,8 Jahren. Bei der Schutzpolizei liegen die Beamten der Polizeidirektion Neumünster im Mittelfeld mit einem Durchschnittsalter von 41,3 Jahren (Flensburg 43,1; Kiel 42,8; Segeberg 37,6). Gepaart mit einer steigenden Arbeitsbelastung unter anderem durch Großeinsätze bringt diese Tendenz zunehmend Probleme.

„Aus Sicht der Gewerkschaft ist die Altersproblematik besonders in Verbindung mit dem hohen Einsatzaufkommen der letzten Jahre durchaus ein Thema“, erklärte gestern Carsten Gross von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Schleswig-Holstein Mitte. Laut Polizeisprecher Rainer Wetzel wurden zum Beispiel auch Kräfte aus Neumünster Ende Dezember zu den Einsätzen rund um die Auseinandersetzung um die Rote Flora nach Hamburg entsandt. Am gleichen Wochenende sorgten Neumünsteraner Beamte beim Fußballspiel von Holstein Kiel in der Landeshauptstadt für Ruhe und Ordnung.

In der Regel werden laut Carsten Gross möglichst junge Kollegen in derartige Einsätze geschickt. „Es gibt aber keine landesweite Regelung, es ist Sache der Polizeidirektionen, wie sie Einzeldiensthundertschaften personell aufstellen“, erklärte Jürgen Börner, Sprecher des Landespolizeiamts in Kiel. Grundsätzlich gehen eher die Kollegen unter 50 Jahre in diese  Einsätze. „Doch das Problem wird an die Älteren durchgereicht. Die müssen dann in den Dienststellen die Löcher stopfen, wenn die Jüngeren in den Einsätzen sind. Irgendjemand muss den restlichen Dienst ja machen“, sagte Gross. „Dass die steigende Belastung gerade für ältere Kollegen irgendwann gesundheitliche Folgen hat, ist kein Geheimnis“, so Gross. 

In Alters-Alarmbereitschaft ist auch die Feuerwehr in Neumünster. Noch sind  Berufs- und die sieben Freiwilligen Wehren zwar im Landesvergleich gut aufgestellt. Doch der demografische Wandel ist ebenfalls schon zu spüren. „Wir müssen uns verstärkt um jungen Nachwuchs kümmern“, sagt der Geschäftsführer des Stadtfeuerwehrverbandes, Klaus Maisel. Das Durchschnittsalter der aktiven Einsatzkräfte liegt derzeit bei 36,4 Jahren. Die Wehren mit Jugendabteilung haben dabei weniger Probleme. So liegt der Altersschnitt in Stadtmitte und Gadeland knapp über 30 Jahre, in Wittorf sogar bei 29 Jahren. In Einfeld (44 Jahre) und Tungendorf-Dorf (40 Jahre) hingegen sind jüngere Mitglieder gefragt. Bis zum Alter von 65 Jahren darf man bei den Freiwilligen Wehren Führungspositionen bekleiden, sogar bis 67 noch in den Einsatz.

Bei der Berufsfeuerwehr liegt die Altersgrenze für den Einsatz bei 60 Jahren. Chef Sven Kasulke bereitet eine mögliche Anhebung Bauchschmerzen: „Die körperliche Fitness ist dann einfach nicht mehr gegeben.“

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erstellt am 15.Jan.2014 | 05:30 Uhr

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