zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

14. Dezember 2017 | 11:08 Uhr

Zur Übung : Einsatz mit Spreizer und Schere

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Berufsfeuerwehr trainiert die Bergung eines Lkw-Fahrers nach einem schweren Unfall

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2015 | 08:30 Uhr

Neumünster | Es war ein langer Tag für den Fernfahrer aus Bayern. Als er in der Dämmerung auf der A7 kurz vor der Abfahrt Neumünster-Mitte für Sekunden einnickt, passiert es: Er übersieht das Stauende. Sein 40-Tonner kracht auf einen weiteren Laster. Der Fahrer wird eingeklemmt. Ein solches Szenario übten jetzt nacheinander die drei Wachabteilungen der Berufsfeuerwehr erstmals mit von der Firma Koepsell bereitgestellten Fahrerkabinen auf einem speziell angefertigten Gestell in Originalhöhe.

Ausbildungsleiter Carsten Voß hatte das Training vor dem Hintergrund des zunehmenden Schwerlastverkehrs und der Baustellen, besonders auf der A7, angesetzt. „So ein Unfall kann jederzeit passieren. Es ist wichtig und gut, dass wir dank der Kabinen eine reale Situation nachstellen können“, sagte er. Bei der Meldung eines Lkw-Unfalls rückt neben Rettungswagen und Notarzt der Rüstzug mit vier Fahrzeugen und zehn Mann aus. An Bord ist alles, was für die Bergung und technische Hilfeleistung benötigt wird, etwa Glasschere und Spreizer.

Wie so ein Einsatz abläuft, erläuterte Stephan Hofer. „Als erstes wird die Unfallstelle erkundet, um festzustellen, ob weitere Gefahr besteht. Das kann zum Beispiel durch die Ladung der Fall sein.“ Parallel schauen die Einsatzkräfte nach Verletzten im Fahrzeug. „Die Frage nach Mitfahrern ist ganz entscheidend. Wir müssen in jede Lücke schauen, da gibt es nichts, was es nicht gibt. Für Brummi-Fahrer sind die Kabinen wie Wohnzimmer“, so Hofer.

Sind die Verletzten ausfindig gemacht und ist klar, wie schwer sie verletzt sind, beginnt sofort in Abstimmung mit dem Rettungsdienst die sensible Arbeit. „Anders als im Pkw hängt das Lenkrad durch die Sitzposition im Laster tiefer. Deshalb sind die Fahrer nach einem Unfall in der Regel vom Bauch an abwärts verletzt“, erklärte Hofer. Diese Art der Einsätze sei daher immer besonders sensibel.

Durchschnittlich zu zwei schweren Lkw-Unfällen pro Jahr rücken die Helfer aus.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen