zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

18. Oktober 2017 | 01:12 Uhr

Reha-Camp : Einsatz für krebskranke Kinder

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Heute kommen 22 krebskranke Kinder aus der Ukraine in Neumünster an. Freiwillige halfen am Wochenende dabei, die Fröbelschule in ein Reha-Camp umzubauen.

shz.de von
erstellt am 24.Jul.2017 | 08:15 Uhr

Neumünster | Heute kommen 22 schwer an Krebs erkrankte Kinder aus verschiedenen Teilen der Ukraine in Neumünster an, um sich nach kräftezehrenden Chemotherapien erholen und stärken zu können. Am Wochenende haben gut 22 Helfer der Regieeinheit und des Katastrophenschutzes der Stadt sowie des Deutschen Roten Kreuzes und Privatleute die Fröbelschule an der Flensburger Straße bereit gemacht, damit die 6- bis 15-Jährigen vier angenehme Wochen im Reha-Camp verbringen können.

Die Kinder verdanken die Reha-Kur der Neumünsteranerin Eberhardine Seelig (76), die bereits im 26. Jahr krebskranke Kinder nach der Tschernobyl-Katastrophe aus dem mit radioaktiver Strahlung verseuchten Land nach Neumünster holt. „In der Ukraine gibt es keine Reha-Maßnahmen und keine Krankenversicherung, die Eltern müssen die teuren Therapien selber bezahlen und sind bisweilen verzweifelt“, erklärte Eberhardine Seelig, die während des gesamten Aufenthalts ihrer Schützlinge Tag und Nacht dabei ist. „Die Ungerechtigkeit macht mich manchmal sehr wütend“, bekannte sie.

In den Krankenhäusern der Ukraine sind Eberhardine Seelig und die von ihr gegründete Ukrainische Kinderkrebshilfe David mittlerweile bekannt, viele Eltern möchten ihren Kindern den Aufenthalt in Neumünster ermöglichen. „Die Kinder nennen mich schon Babuschka“, was im Russischen ein zärtlicher Ausdruck für Oma ist, erzählte die fröhliche Seniorin. Sie war voller Vorfreude auf die Ankunft der Kinder, die mit Dolmetscher, Arzt und Betreuern am Montagnachmittag am Hamburger Flughafen ankommen.

Am Wochenende mussten daher Dutzende Matratzen geholt und bezogen werden, Bettgestelle zusammen geschraubt und die Klassenräume frei geräumt werden. Der ehrenamtliche Einsatz lohnt sich sehr, wie die Diplom-Verwaltungswirtin Eberhardine Seelig schilderte: „Wenn die Kinder hier abfahren, sind sie quicklebendig wie ein Flummi.“ In diesem Jahr sind zwei Kinder dabei, denen Glieder amputiert wurden und die ihre schmerzhaften Prothesen hier möglicherweise gegen passende wechseln können.


 

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen