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Radtour durch Deutschland : Einmal Deutschland der Länge nach

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Gisela und Gerhard Lechtenfeld aus Gütersloh radelten von München immer Richtung Norden. Heute wollen sie die dänische Grenze erreichen.

Neumünster | Karten kloppen und Strümpfe stricken? – Nicht mit ihnen! Gisela und Gerhard Lechtenfeld (beide 64) lieben es sportlich. Die beiden Vorruheständler aus Versmold bei Gütersloh haben sich einer besonderen Herausforderung gestellt: Mit dem Fahrrad haben sie sich auf den Weg nach Flensburg gemacht – von München aus. Einmal längs durch Deutschland, das war das Ziel, jetzt haben sie es fast geschafft!

Ihre Route schickte das Ehepaar auch durch Neumünster. Am Montagabend trafen die beiden den Courier. „Die Idee kam uns eigentlich schon vor fünf Jahren, als wir wieder einmal unsere Söhne in München besuchten“, erzählte Gisela Lechtenfeld munter. „Dort erkunden wir viel mit dem Fahrrad, und dann dachten wir: Lass uns mal eine richtig weite Tour fahren.“ Damals lebte Dackeldame Kira noch, wie Gerd Lechtenfeld erzählt: „Bei kürzeren Reisen fuhr sie immer im Körbchen auf dem Gepäckträger mit.“

Am 15. August sind die beiden aus Kressbronn am Bodensee gestartet und hatten bis Montag, 26 Tage später in Neumünster, 1472 Kilometer auf der Uhr. Gisela Lechtenfeld führt ein Reisetagebuch, in dem sie präzise die Tagesstrecken, Ankunft und Abfahrtszeiten sowie besondere Erlebnisse festhält. „Das ist sonst später alles vergessen“, erklärt sie.

Die Ruheständler lassen es locker angehen, dennoch geht es mitunter auch sportlich zu: Die längste Tagesetappe ging bislang über 83 Kilometer, von Ulm nach Aalen. Täglich um neun Uhr morgens geht es in den Sattel, übernachtet wird im Hotel. „Wir wissen nie, was uns erwartet. Jede Sekunde passiert etwas Neues“, beschreibt Gerd Lechtenfeld die Faszination des Radelns

Laut ausgetüfteltem Routenplan werden sie heute in Flensburg ankommen und haben dann 1600 Kilometer zurückgelegt. „Und das alles mit ITS und ohne Schummelfahrrad mit Motor“, scherzt Gisela Lechtenfeld und klärt die Abkürzung auf: „ITS –Ich trete selber.“

Das kostete insbesondere in hügeliger Landschaft schon manchmal ganz schön Überwindung: „Der Schweinehund fährt immer mit. Besonders, wenn die Beine schmerzen“, meint die rüstige Radlerin, die als Altenkrankenpflegerin gearbeitet hat.

„Ich habe große Hochachtung vor ihr, dass sie diese Tour mitmacht“, sagt Ehemann Gerd Lechtenfeld nicht ohne Stolz. Dazu transportiert jeder noch 20 Kilogramm Gepäck in den Satteltaschen, aber beide sind sich einig: „Ans Aufgeben haben wir nie gedacht. Dazu ist das Radfahren einfach zu schön. Man bekommt ein Gefühl der Freiheit“, erzählt Gerd Lechtenfeld, der ehemals eine Versicherungsagentur führte. Die Reise per Drahtesel bot dem Ehepaar nicht nur wunderschöne Naturerfahrungen, sondern auch geistige Reinigung: „Man verliert so viel Ballast! Es ist erstaunlich, wie wenig wir eigentlich brauchen und mit welchen unwesentlichen Kleinigkeiten man sich zu Hause beschäftigt“, resümiert die zweifache Großmutter.

Die Reise nach Hause tritt das lebenslustige Paar ebenfalls auf zwei Reifen an. „Die 500 Kilometer nach Gütersloh werden wir dann auch noch packen“, ist sich Gisela Lechtenfeld sicher.

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erstellt am 10.Sep.2015 | 15:00 Uhr

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