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Unternehmensverband : Einladung ins Knast-Restaurant

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Gefängnisdirektor Jörg Alisch war der Überraschungsgast beim Feierabendgespräch des Unternehmensverbands

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erstellt am 28.Sep.2013 | 17:00 Uhr

Die Justizvollzugsanstalt an der Boostedter Straße ist nicht nur als Arbeitgeber, Ausbildungsstätte, Auftraggeber und -nehmer ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Etwa 300 Mitarbeiter betreuen rund 500 Häftlinge. In die grundlegende Sanierung der Anstalt flossen bislang rund 23 Millionen Euro, erfuhren die Teilnehmer des Feierabendgesprächs beim Unternehmensverband von JVA-Leiter Jörg Alisch.

Das von 1901 bis 1906 als preußische Zentralanstalt erbaute Gefängnis war mit seinen Einzelzellen seinerzeit außerordentlich modern. Doch nach 100 Jahren war der Innovationsstau nicht mehr zu übersehen. Als die Situation so schlimm wurde, dass sogar Einsturzgefahr herrschte, wurde in der Ära der grünen Justizministerin Anne Lütkes (2000 bis 2005) ein Investitionsprogramm aufgelegt. Alisch ist froh, dass es nicht zum politischen Spielball wurde. Seit 2005 wird ansehnlich saniert.

Das Andenken an ihren prominentesten Gefangenen pflegt die JVA noch heute: Das Lehr-Restaurant ist nach Hans Fallada benannt. „Wenn Sie mal unsere ‚Gäste‘ sein sollten, lade ich Sie herzlich ein“, sagte Alisch und erntete damit Lacher.

In Schleswig-Holstein wird übrigens weniger weggesperrt als anderswo: Im Norden sitzen 48 von 100 000 Einwohnern ein. Im Bundesschnitt sind es etwa 100, in den USA 720. Alisch fühlt sich gleichwohl sicher: „Ein funktionierendes gesellschaftliches Sanktionssystem ist viel wert.“ Die gefühlte Kriminalität in Deutschland entspreche nicht der viel geringeren tatsächlichen Kriminalität. Entgegen dem Bild in den Medien nehme etwa der Kindesmissbrauch kontinuierlich ab.

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