Niederdeutsche Bühne Neumünster : Einfühlsam eingestimmt auf Weihnachten

Bescherten ihren Gästen einen besinnlichen Nachmittag voller Überraschungen: Manfred Kaack (von links), Klaus Reumann, Ellen Hansen, Heiko Kaack, Wolfgang Schütz und René Jung (hinten).
Bescherten ihren Gästen einen besinnlichen Nachmittag voller Überraschungen: Manfred Kaack (von links), Klaus Reumann, Ellen Hansen, Heiko Kaack, Wolfgang Schütz und René Jung (hinten).

Die Bühne bescherte 270 Besuchern eine musikalische Lesung.

Avatar_shz von
18. Dezember 2017, 06:45 Uhr

Neumünster | Humorvoll und besinnlich – so präsentierte sich „Wiehnachten bi de Nedderdütschen“ auch in diesem Jahr. Mit sehr persönlichen Geschichten und einfühlsamen Liedern stimmten Wolfgang Schütz, Ellen Hansen, Klaus Reumann, Heiko Kaack, René Jung und allen voran Manfred Kaack als Organisator während der drei Vorstellungen am Wochenende insgesamt 270 Besucher auf die Weihnachtszeit ein.

An Weihnachten offenbart sich die ganze Bandbreite menschlichen Lebens: Geiz und Großherzigkeit, Licht und Dunkelheit, Ernsthaftigkeit und Humor. „Das alles kann man auf Reisen erfahren, es kann einem aber genauso gut vor der eigenen Haustür begegnen“, sagte Manfred Kaack. Das diesjährige Motto hieße deshalb: „Wiehnachten to Huus“.

Klaus Reumann hatte eigens für die musikalische Lesung ein Prosastück von Reiner Kunze ins Plattdeutsche übertragen. „Een Engel weert“ erzählt die Geschichte eines Holzengels, der sich auf Arbeitssuche macht, um Geld zu verdienen. Zu gerne würde er sich eine Knackwurst kaufen, wie er sie die Besucher auf dem Weihnachtsmarkt verzehren sieht. „Mensch müsste man sein“, wünscht sich der Engel, ohne zu ahnen, dass es Menschen gibt, die wie Engel strahlen. Von einem solchen handelte die Erzählung von Manfred Kaack. Christa, eine alte wohnungslose Hamburgerin, half Zeit ihres Lebens Menschen in Not, auch wenn sie selbst kaum etwas hatte. „Der Mensch hat die Wahl“ hieß es gleichlautend bei Wolfgang Schütz. Wie in jedem Jahr hatte das Ensemblemitglied eigene Texte vorbereitet. „De swarte Engel“ handelt von Luzifer und Christus, Part und Widerpart. Eindringlich trug Wolfgang Schütz seine Gedanken über Licht und Düsternis zu leisen Keyboard-Klängen von René Jung vor. „Ein Hochgenuss!“, kommentierte Moderator Kaack, um nach der „schweren Kost eine Burleske“ anzukündigen, die sein Sohn Heiko mit großem schauspielerischen Talent vortrug.

„Eine wunderbare Mischung aus Amüsantem und Nachdenklichem“, attestierten die Zuschauer den Ensemblemitgliedern bereits in der Pause der zweieinhalbstündigen Veranstaltung. Dass es zu keiner Zeit langweilig wurde, dazu trugen auch Ellen Hansen mit der Geschichte „Tant‘ Anna un de Kiekkasten“ sowie die musikalischen Beiträge von Manfred Kaack in Begleitung von René Jung am Keyboard bei. Der Gadelander Kantor war kurzfristig für die verhinderte Akkordeonistin Susanne Stejskal eingesprungen.

„Wir sind ein festes Team von Menschen, die an Weihnachten gern ein buntes Programm zusammenstellen“, sagte Manfred Kaack. Es spreche für den Teamgeist in der Niederdeutschen Bühne Neumünster, wenn Freunde nicht zögerten, sofort auszuhelfen, meinte Kaack.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen