Neues Wohngebiet : Einfelds Stadtteilbeirat lehnt dichte Bebauung ab

Stadtteilvorsteher Sven Radestock wünscht sich wie seine Mitstreiter im Beirat eine Überarbeitung des Bebauungsplans.
Stadtteilvorsteher Sven Radestock wünscht sich wie seine Mitstreiter im Beirat eine Überarbeitung des Bebauungsplans.

Auch die Anlieger haben noch viele Fragen zum neuen Wohngebiet zwischen Looper Weg und Wührenallee

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19. Juni 2014, 05:00 Uhr

Neumünster | Eigentlich ist das Thema durch: Am 22. Mai gab der Bauausschuss einstimmig grünes Licht für ein neues Wohngebiet zwischen Looper Weg und Wührenallee. Der Entwurf für den Bebauungsplan liegt jetzt bis zum 18. Juli öffentlich aus. Doch in Einfelds Stadtteilbeirat regte sich am Dienstag Widerspruch. Beirat und Anlieger haben noch viele kritische Fragen.

Die Baupläne haben sich seit der Bürgeranhörung im April 2013 geändert, sagte Stadtteilvorsteher Sven Radestock (Grüne). Er hatte sich dazu von der Stadtplanung und dem Grundeigentümer, der Firma Michel Haus, Antworten und Erläuterungen erhofft und wegen der knappen Einspruchsfrist die Beiratssitzung extra vorgezogen. Doch beide sagten eine Teilnahme aus terminlichen Gründen ab. „Unter Bürgerfreundlichkeit verstehe ich etwas anderes“, sagte Radestock. Die stellvertretende Beiratsvorsitzende Sandra Weiß (CDU) trug die Bedenken des Stadtteilbeirats gegen die Planung vor.

„Die Baudichte erscheint viel dichter als ursprünglich gesagt“, sagte Sandra Weiß. Da nicht nur eine Einfamilien-, sondern auch Doppelhausbebauung erlaubt ist, seien bis zu 34 Wohneinheiten möglich. Mit den vier seniorengerechten Geschosswohnbauten direkt am Looper Weg könnten insgesamt weit mehr als 50 Wohneinheiten entstehen.

Der Beirat lehnt eine Bebauung in dieser Dichte ab und hält die vorgesehenen 13 öffentlichen Parkplätze für nicht ausreichend. „Einer gehobenen Wohnbebauung wird in dieser Form nicht Rechnung getragen“, heißt es in der kritischen Stellungnahme. Zudem vermisst der Stadtteilbeirat Kinder-Spielflächen und pocht auf den Bestandsschutz für den benachbarten Garten- und Landschaftsbaubetrieb Rahm.

Eine weitere Forderung betrifft die Knicks zur bestehenden Bebauung am Looper Weg und am Hermannus-Müller-Weg. Diese dürften nicht in Mitleidenschaft gezogen werden und müssten einheitlich gepflegt werden. Gleiches gelte für das Regen-Rückhaltebecken und die Wiese. Auf Unverständnis stieß zudem, dass die Ausgleichsflächen für die versiegelten Böden zum Teil in Bönebüttel vorgesehen sind. „Das sollte in Einfeld geschehen“, sagte Sandra Weiß.

Auch von Anliegern der Wührenallee setzte es Kritik an der möglichen Doppelhausbebauung und zu wenigen Parkplätzen. Drei der Grundstücke werden über ihre Straße erschlossen. Eine weitere Befürchtung ist, dass der Baustellenverkehr die Wührenallee ruinieren könnte.

Kommentar

Gebrannte Kinder

Da bahnt sich erneut ein klassischer Konflikt an. Ein Investor hat aus finanziellen Gründen ein Interesse an einer möglichst dichten Bebauung, die alteingesessenen Nachbarn wehren sich dagegen. Die Anliegerproteste am Seekamp  lassen grüßen. Gerade die Einfelder sind gebrannte Kinder.  Sie haben die „kreative“ Auslegung von Bebauungsplänen, etwa an  der Dorfstraße, nicht vergessen. 

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