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Stadtteilbeirat : Einfelder in Sorge um die Zukunft der Schule

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Schulleiterin Gunhild Cordts: „Das wird halbherzig“

Neumünster | Dass die Pläne für den Neubau der Grund- und Gemeinschaftsschule in Einfeld politisch auf den Prüfstand gekommen sind, sorgte auf der Stadtteilbeiratssitzung am Dienstagabend in der mit 120 Besuchern gut gefüllten Schulmensa für Empörung und emotionale Debatten.

Stadtteilvorsteher Sven Radestock (Grüne) hielt mit seinen Bedenken nicht hinter dem Berg, nachdem der Schul- und der Bauausschuss am 30. Oktober in einer gemeinsamen Sitzung die Pläne ins Rathaus zurück verwiesen hatte. Die Verwaltung soll prüfen, ob das Projekt auch unter den zuletzt auf 12 Millionen Euro veranschlagten Kosten bleiben kann.

„Ich habe Bedenken, dass pünktlich mit dem Bau begonnen wird und alles ins Wanken geraten könnte“, sagte Radestock. Die alternative Modulbauweise sei nur unerheblich billiger. Dafür werde die Unterhaltung bei einem Leichtbau teurer, es gebe energetische Nachteile bis zum Risiko der Schimmelbildung. Die Nutzungsdauer sei mit 40 Jahren nur halb so lang wie beim Massivbau.

Schulleiterin Gunhild Cordts zeigte sich „zutiefst enttäuscht von den Politikern, dass es keine Gewissheit gibt“. Die Schule habe 607 Schüler, „und es wird keine Aussage getroffen, dass gebaut wird und der Standort gesichert ist“, sagte sie. Die neu gebaute Schule werde nach den Plänen weniger Platz haben als bisher. Man benötige aber – auch mit Blick auf die Inklusion von Behinderten – jeden möglichen Raum. „Das wird halbherzig. Der Neubau steht mit einem großen Fragezeichen da“, sagte sie.

Sven Radestock hatte eine Stellungnahme des Stadtteilbeirats vorbereitet, die genau diese Kritik aufnimmt. Doch mit seinem Entwurf fand er zunächst nicht die Unterstützung der Kollegen von CDU und SPD. „Der Handlungsbedarf steht außer Frage“, sagte Radestocks Stellvertreterin Sandra Weiß (CDU). Dennoch müsse diskutiert werden, ob und wie ein Bau möglich sei, „ohne gleich die Zwölf-Millionen-Euro-Grenze zu sprengen“. Im Besucherraum sprang ihr der Bauausschussvorsitzende Axel Westphal (SPD) zur Seite: „Dass der bauliche Zustand untragbar ist, ist unstrittig.“ Aber es seien noch nicht alle Fragen geklärt. Bei beiden Varianten haben die Fraktionen „Bauchschmerzen, weil sie erhebliche Mittel binden“, so Westphal. Der Grundschulbereich sei aber nicht betroffen, der Baubeginn 2015 nicht in Gefahr. Die SPD- und CDU-Mitglieder im Stadtteilbeirat kündigten ihre Enthaltung an.

Das machte Schulleiterin Gunhild Cordts und viele Zuhörer, darunter Eltern und Lehrer, fassungslos. „Wer sich enthält, ist nicht dafür“, lautete der Tenor. Gunhild Cordts mahnte gar: „Wenn der Standort überprüft und eine Zweizügigkeit der Schule erwogen wird, dann können wir zumachen.“

Bislang war sich dieser Stadtteilbeirat in seinen Stellungnahmen und Empfehlungen an die Ratsversammlung immer einig, aber das war diesmal anders. „Wir finden keinen gemeinsamen Nenner“, sagte Sandra Weiß. Bei der Abstimmung stimmten dann aber doch Ingrid Hagemann (CDU) und Detlef Erdloff (SPD) mit Sven Radestock. Benjamin Hebel, Sandra Weiß (beide CDU), Christiane von der Osten und Carsten Wiegmann (beide SPD) enthielten sich.

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erstellt am 20.Nov.2014 | 12:00 Uhr

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