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Beirat verteilt Stofftaschen : Einfeld sagt Plastiktüten den Kampf an

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Stadtteilbeirat setzt sich für den Umweltschutz ein und will 3000 Stofftaschen verteilen. Die Michel-Stiftung übernimmt die Kosten.

Neumünster | Einfeld rettet die Welt – unter diesem augenzwinkernden Arbeitstitel entstand die Idee zu der Aktion „Plastikfreieres Einfeld“, die sich der Stadtteilbeirat für die Vorweihnachtszeit und das kommende Jahr auf die Fahnen geschrieben hat. In Zusammenarbeit mit der Michel-Stiftung sollen ab sofort 3000 bedruckte Stofftaschen und Informationsbroschüren unter die Leute gebracht werden, um den Plastiktüten-Verbrauch einzudämmen.

Den Anstoß zu der Idee gab Thomas Paulson von der Paracelsus-Apotheke an der Dorfstraße. „Als er meiner Frau und mir davon berichtete, wie viele Plastiktüten er an seine Kunden herausgibt, haben wir uns überlegt, daraus eine Aktion zu machen“, sagte Stadtteilvorsteher Sven Radestock. „Das Problem ist, dass zwar viele Leute auf Plastiktüten schimpfen, aber bei ihrem Einkauf dennoch eine erwarten“, berichtete der Apotheker, der pro Jahr zwischen 2000 und 4000 der hauchdünnen kleinen Tüten an seine Kunden verteilt.

Ursprünglich war angedacht, eine Aktion mit den Einfelder Geschäftsleuten auf die Beine zu stellen. Doch diese Idee wurde vom Stadtteilbeirat wieder verworfen: „Der Aufwand wäre zu groß gewesen. Außerdem wollten wir keine Taschen, auf denen sich 1000 verschiedene Logos befinden“, sagte Sven Radestock. Gemeinsam entschied man sich für einen Vogel, über dem sich eine Sprechblase mit dem Motto „Plastik? Da pfeif‘ ich drauf!“ befindet. Die beiden Einfelder Jonas Kurth und Lisa Hentschel kümmerten sich inhaltlich und grafisch um die dazugehörigen Faltblätter, die über den Plastikverbrauch in der Welt sowie die kurz- und langfristigen Folgen für die Umwelt informieren.

Die Kosten in Höhe von 4000 Euro wurden von der Michel-Stiftung übernommen. „Das Tolle ist, dass man durch die Tasche eine echte Botschaft mit sich trägt“, sagte Klara Michel, die darauf hofft, dass das Projekt positiv angenommen wird: „Es wäre schön, wenn wir wirklich etwas verändern könnten.“ Sven Radestock ergänzte: „Es ist klar, dass man nicht in allen Bereichen auf Plastik verzichten kann, aber das Thema sollte einem bewusster werden.“

Die ersten 250 Stofftaschen wurden am vergangenen Wochenende bei der Senioren-Weihnachtsfeier in Einfeld verteilt. Die übrigen Exemplare sollen zu besonderen Anlässen gezielt ausgegeben werden, beispielsweise auf Versammlungen oder Stadtteilbeiratssitzungen. Gruppen oder Schulklassen, die sich mit dem Thema beschäftigen wollen, können sich per E-Mail unter stadtteilbeirat@nms-einfeld.de melden.

Kommentar: Gutes Beispiel

Natürlich ist die Idee nicht neu. Und mit Sicherheit ist das „Plastikfreiere Einfeld“ keine Aktion, die die Welt verändern wird. Aber es sind die kleinen Dinge, mit denen zumindest ein Anfang gemacht und ein Zeichen gesetzt wird.  Die Stoffbeutel sollen zum Nachdenken anregen und den Menschen eine Alternative aufzeigen. Im Grunde ist jeder von uns gefordert, sich bei seinem nächsten Einkauf an die eigene Nase zu fassen und sich zu fragen, ob es notwendig ist, an der Kasse schon wieder nach der Plastiktüte zu greifen, die sich später im Küchenschrank stapelt oder im Mülleimer landet. Einfeld geht mit gutem Beispiel voran – und andere Stadtteile könnten folgen.

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erstellt am 08.Dez.2015 | 16:50 Uhr

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