zur Navigation springen

Latendorf : Einen Züchter traf es gleich drei Mal

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

In Latendorf könnte es ein Wolf gewesen sein, der das Schaf gerissen hat. In zwei Fällen zahlt das Land einen Ausgleich.

Latendorf | Ende vergangenen Jahres hatte es ein und denselben Schafzuchtbetrieb innerhalb weniger Tage  gleich drei Mal getroffen:  An unterschiedlichen Orten, darunter in Latendorf, wurde jeweils ein Schaf gerissen.   Wie gestern bekannt wurde, kann bei dem Fall in Latendorf nicht ausgeschlossen werden, dass ein Wolf das Tier getötet hat.

   Zwischen dem 18. und 31. Dezember waren  in Latendorf, Wiemersdorf und Föhrden-Barl an unterschiedlichen Tagen jeweils ein getötetes Schaf gemeldet worden.  Die Tiere hatten   Bissverletzungen.  Die Vorfälle wurden durch Wolfsbetreuer des Landes aufgenommen. Sie nahmen genetische Proben für weitergehende Untersuchungen. Um die Tiere zudem tierärztlich pathologisch zu untersuchen, wurden sie  in das Landeslabor nach Neumünster transportiert.

In allen drei Fällen ergaben die pathologischen Untersuchungen deutliche Hinweise auf Tötungsbisse. Im Wiemersdorfer Fall  konnte  ein Hund als Verursacher nachgewiesen werden. In den anderen beiden Fällen brachten diese Untersuchungen  keine Ergebnisse. Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume teilte dazu gestern mit: „Die festgestellten Bissverletzungen sowie die Nutzung der getöteten Tiere im Anschluss wiesen im Fall ,Föhrden-Barl’ eher auf einen Hund, im Fall ,Latendorf’ eher auf einen Wolf hin. Ein eindeutiger Nachweis war in keinem der beiden Fälle möglich.“

Dem betroffene Schafhalter kann der finanzielle Schaden durch die getöteten Tiere in Latendorf und Föhrden-Barl erstattet werden. Im Wiemersdorfer Fall muss  sich der Züchter mit dem Hundebesitzer auseinandersetzen.

Dass  derselbe Wolf  die Schafe in Latendorf und Föhrden-Barl  gerissen haben könnte, ist möglich. Wie  der Koordinator der Wolfsbetreuer im Land, Jens-Uwe Matzen, erklärt, kann ein Wolf  pro Tag 20 bis 50 Kilometer zurücklegen.  Matzen ist auch Rissgutachter und weiß, dass  es bei widrigen Witterungsverhältnissen oft nicht möglich ist,  die DNA des Verursachers festzustellen. „Bei dem Fall in Latendorf hat es extrem geregnet. Da werden dann auch die Wunden ausgespült“, erklärt er.   Diesen Monat  startet ein  Fotofallenprojekt, um mehr Kenntnisse über Wölfe  zu gewinnen.  114 Wildkameras  sollen aufgestellt werden.
 

zur Startseite

von
erstellt am 03.Mär.2016 | 14:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen