Flüchtlinge : Eine Versammlung nur für die Boostedter

Hartmut König
Hartmut König

In Boostedt gibt es eine Einwohnerversammlung zur Flüchtlingssituation in der Gemeinde.

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17. August 2018, 08:00 Uhr

Boostedt | Boostedts Bürgermeister Hartmut König (CDU) ist dieser Tage ein gefragter Mann. Das öffentliche Interesse an der Gemeinde und der Erstaufnahme für Flüchtlinge ist groß. Der Bürgermeister hat mit seinen Aussagen dafür gesorgt. „Ich stehe dazu“, sagt König. „Die Stimmung droht in Boostedt zu kippen. Ich habe das Wohl der Boostedter und der Flüchtlinge im Auge“, erklärt er. Ja, er bekomme sehr viele negative Reaktionen, und es flattern „unverschämte Briefe“ ins Amt. Aber viele Boostedter – auch solche die Flüchtlinge begleiten – würden ihn ermutigen: „Gut, dass du das gesagt hast.“

König stellt fest, dass das Land endlich reagiert hat: Rund um die Einrichtung sei es ruhiger geworden. Die Polizeipräsenz wurde verstärkt (siehe Seite 13). Wie Maria von Glischinski vom DRK bestätigt, ist die Zahl der hauptamtlichen DRK-Mitarbeiter in Boostedt aufgestockt worden – allerdings schon vor dem Medienrummel: Seit 1. August sind es 43 DRK-Mitarbeiter, und es gibt einen 24-Stunden-Dienst. Außerdem solle weiteres Personal für die Hausbetreuung eingestellt werden. Weiterhin vermisst König einen verbindlichen Umgang des Landes mit der Gemeinde.

Die Absichtserklärung des Landes, die Zahl der Flüchtlinge ab 1. Dezember 2019 zu reduzieren und die Zweigstelle in Boostedt 2024 zu schließen, ist für ihn kein wirklicher Fortschritt. Mit Blick auf die geplante Schließung Boostedts meint er: „Auch Neumünster wird das nicht alleine verkraften können.“ Er fordert einen dritten Ort zur Unterbringung der Flüchtlinge.

Zur Einwohnerversammlung wird auch Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) erwartet. Sie wird voraussichtlich am Mittwoch, 19. September, stattfinden. 2014 habe es einen regelrechten Tourismus zu den Versammlungen gegeben, da seien auch Leute aus Dänemark nach Boostedt gekommen, sagt König. Deswegen möchte er, dass neben den Offiziellen ausschließlich Boostedter bei der Versammlung zugelassen sind. Das ist auch rechtmäßig wie der Kreis Segeberg mitteilt: „Adressatenkreis einer Einwohnerversammlung sind alle Einwohner. Das schließt auch
nicht wahlberechtigte Ausländer ein. Ein Teilnahme- und Rederecht haben nur Einwohner.“

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