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Holsteinischer Courier

21. November 2017 | 05:38 Uhr

Abschied : „Eine tolle Zeit geht zu Ende“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Im Gespräch: Arnd Näthke, Jugendcoach der Tungendorfer Oberliga-Handballer, über den Abschied auf Raten und seine eigene Zukunft.

shz.de von
erstellt am 03.Apr.2014 | 07:00 Uhr

Es ist ein Abschied auf Raten. Nach dem letzten Heimspiel am kommenden Sonnabend gegen die HSG Tarp-Wanderup steht der männlichen Jugend A des SV Tungendorf in der Handball-Oberliga nur noch ein Spiel bevor. Danach verabschiedet sich das Team aus dem Jugendbereich und löst sich auf. Ganze fünf Jahre spielte die Truppe nahezu unverändert in der Oberliga. Die Spieler hatten sich in der Kreisauswahl kennengelernt. In der Saison 2009/10 hat sich dann ein Großteil der Leistungsträger der Kreisauswahl in der C-Jugend des SV Tungendorf zusammengefunden. „Im Prinzip hat genau das stattgefunden, was wir uns wünschen: Dass die starken Kräfte einer Region gebündelt werden“, erklärt Trainer Arnd Näthke. Im Interview mit dem Holsteinischen Courier blickt der Coach zurück und erklärt, warum es bei allen Emotionen doch in Ordnung ist, dass die gemeinsame Zeit bald zu Ende geht.

Arnd Näthke, haben Sie Angst vor dem letzten Spiel?

Die letzten beiden Spiele sind schon komisch. Es geht eine ganz tolle Zeit zu Ende.

Haben Sie denn versucht, das Team zusammenzuhalten?

Nein, ich merke, dass die Jungs nun so weit sind, dass sie zu neuen Ufern aufbrechen wollen und auch müssen. Der Nachteil ist, wenn man so lange mit einer Jahrgangsmannschaft zusammenspielt, dass man sich ein bisschen abnutzt. Eben auch dadurch, dass keine neuen Spieler dazukommen. Es würde jetzt keinen Sinn machen, mit dieser Truppe irgendwo bei den Männern Fuß fassen zu wollen. Beim SVT würde sich die Möglichkeit ohnehin nicht bieten. Kreisliga oder Kreisoberliga wären zu tief. Jetzt müssen alle zusehen, dass sie woanders unterkommen. Für ihre weitere Entwicklung sind nun ein anderes Umfeld und auch ein anderer Trainer wichtig.

Und wie geht es für Sie weiter?

So schön und toll die vergangenen Jahre waren, ich habe auch gemerkt, wie anstrengend und zeitaufwendig das war. Ich brauche jetzt einfach mal ein bisschen Abstand und habe mir zumindest ein Jahr Pause verordnet. Ob und wie das dann noch einmal mit einer festen und leistungsorientierten Mannschaft weitergeht, weiß ich noch nicht. Ich werde mich aber weiterhin um die Kreisauswahl Neumünster kümmern. Der Trainingsaufwand ist geringer und die Wochenenden sind meistens frei.

Was war das Besondere daran, eine Jugendmannschaft zu leiten?

Wir haben es verbinden können, auf einem spielerisch hohen Niveau zu spielen, aber trotzdem Handball nicht über alles zu stellen. Die Schule war das Wichtigste. Und doch hatten die Jungs mit dem Handball feste Termine und einen Anlaufpunkt – da wusste niemand mit sich nichts anzufangen. Dass wir ohne große Verletzungen durch die Zeit gekommen sind, hat letztlich sicherlich auch damit zu tun gehabt, dass wir einen vernünftigen Trainingsumfang gewählt haben.

Nach den vergangenen Saisons, die Sie im unteren Tabellenbereich abgeschlossen haben, spielen Sie in der letzten Saison ganz oben mit. Ist das jetzt die Konsequenz aus der jahrelangen Zusammenarbeit?

Wir sind über die Jahre richtig gut zusammengewachsen. Jeder kennt alles und wir mussten uns nicht noch einmal speziell aufeinander einspielen. Wir sind jetzt wieder in der Region wie damals, als wir in der C-Jugend angefangen haben und Vierter geworden sind. Wir profitieren aber auch sicherlich davon, dass die vier ganz starken Mannschaften aus Hamburg und Schleswig-Holstein (SG Flensburg-Handewitt, THW Kiel, VfL Bad Schwartau, HSV Hamburg, Anm. d. Red.) mit der A-Jugend jetzt in der Bundesliga spielen. Wären die dabei, wären wir wieder in den unteren Tabellenbereichen. Wenn man die als Profis bezeichnet und uns als Amateure, stehen wir aber ganz gut da.

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