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Bordesholm : Eine Tasche voller Tipps zum Umgang mit Demenzkranken

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bilderbücher, Filme und Ratgeber gibt es in der Jutetasche zum Ausleihen. Gestern fiel in der Bordesholmer Bücherei der landesweite Startschuss.

Bordesholm | In der Bordesholmer Bücherei wurde gestern das Projekt „Picknick im Labyrinth – Medien für die Begleitung von Menschen mit Demenz“ landesweit gestartet. Initiator ist die Büchereizentrale Schleswig-Holstein.

Nach der großen Medienbox, die die Zentrale vor einigen Jahren zum Thema Demenz entwickelte, steht Interessierten nun in Form einer praktischen Jutetasche auch eine handliche Version „für den Hausgebrauch“ zur Verfügung. 100 Taschen wurden bisher gepackt und stehen nun in 74 der rund 120 hauptamtlichen Büchereien des Landes sowie in der Zentrale zur Ausleihe bereit.

„In der Tasche finden sich ausgewählte Ratgeber, Bilderkarten, Filme und CDs für Erwachsene, die sich mit Demenzkranken beschäftigen. Aber auch Bilderbücher wie der Titel „Kuddelmuddel in Omas Kopf“, die Kindern die Krankheit erklären, sind in den Sammlungen enthalten“, erläuterte Sabine Haase, die die Taschen als Lektorin der Büchereizentrale in Zusammenarbeit mit Melina Meding von Kompetenzzentrum Demenz entwickelte.

„Zu den 80 Millionen Menschen, die in Deutschland leben, zählen mittlerweile rund 1,6 Millionen Demenzerkrankte. Damit gibt es kaum noch jemanden, der nicht mit diesen Menschen in irgendeiner Form in Berührung kommt. Deshalb ist es wichtig, die Krankheit aus ihrer Tabuzone zu holen und Information sowie Unterstützung anzubieten“, erklärte der Leiter der Büchereizentrale, Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen.

Als erste Leserin und Anwenderin nahm schließlich Nicole Dittberner eine der Medientaschen von der Bordesholmer Büchereileiterin Kirsten Lange entgegen. Die 40-jährige Betreuungsfachkraft arbeitet sowohl mit dementen Menschen als auch mit Gruppen. „Ich finde die Auswahl gelungen. Denn Bilder und Lieder aus der Jugendzeit der Patienten lassen diese häufig Momente der Erinnerung erleben. Aber auch die Information der Angehörigen ist wichtig. Denn oft fühlen sich diese im Umgang mit den Erkrankten überfordert und unsicher“, erklärte sie. Weitere Informationen erhalten Interessierte in der Bordesholmer Bücherei sowie unter www.bz-sh.de.  


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erstellt am 02.Feb.2017 | 06:00 Uhr

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