„Earth Hour“ : Eine Stunde lang ging das Licht aus

Auf dem stockdunklen Turm der Vicelinkirche leuchteten sich Alina (19, von links), Laila, Lina (beide 11) und Melia (7) mit Taschenlampen den Weg. Im Hintergrund sieht man das Rathaus, das während der „Earth Hour“ eine Stunde lang unbeleuchtet blieb.
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Auf dem stockdunklen Turm der Vicelinkirche leuchteten sich Alina (19, von links), Laila, Lina (beide 11) und Melia (7) mit Taschenlampen den Weg. Im Hintergrund sieht man das Rathaus, das während der „Earth Hour“ eine Stunde lang unbeleuchtet blieb.

Die Stadt nahm am Sonnabend an der weltweiten Aktion teil. Die Beteiligung der Bürger ließ in diesem Jahr zu wünschen übrig.

shz.de von
30. März 2015, 05:30 Uhr

Neumünster | Die Stadt hat ein Zeichen für den Klimaschutz gesetzt: Am Sonnabend beteiligte sich Neumünster an der weltweit zelebrierten „Earth Hour“. Um 20.30 Uhr wurde an verschiedenen Orten für eine Stunde das Licht ausgeschaltet. Die Stadt, die Stadtwerke, die Innenstadtkirchen und die Sternwarte machten mit.

Die Bürgerbeteiligung ließ allerdings im Gegensatz zum vergangenen Jahr sehr zu wünschen übrig. Nur vier Besucher nahmen an der Stadtführung teil, die Urte Grode extra für die „Earth Hour“ ausgearbeitet hatte. An der Turmführung in der Vicelinkirche beteiligten sich kaum mehr, und die Mitglieder der Sternwarte vor der Kirche blieben die gesamte Stunde für sich. Möglicherweise lag es am Nieselwetter, wurde vor Ort spekuliert. Wegen des schlechten Wetters gab es durch das Teleskop zumindest nichts zu sehen. „Wir hatten gehofft, durch eine Lücke in der Wolkendecke zumindest einen Blick auf den Mond werfen zu können. Das ist uns heute jedoch nicht vergönnt“, bedauerte Stefan Bruns, stellvertretender Leiter der Sternwarte.

Stadtführerin Urte Grode machte sich derweil mit einer kleinen Gruppe auf den Weg zu einer etwas anderen Stadtführung. „Ich habe mir überlegt, was eigentlich passiert, wenn der Strom ausfällt“, verriet sie. Sie telefonierte mit Institutionen und Einrichtungen in der Stadt, um Antworten darauf zu bekommen. In ihrer Führung von der Vicelinkirche über den Waschpohl, vorbei an der Papierfabrik und über den Mühlenhof zurück erzählte sie, wie es war, als man ohne Elektrizität auskommen konnte und musste. „Bis in die 1920-er Jahre gab es vom Großflecken bis zum Kuhberg gerade mal zwölf Gaslaternen, die von einem Anzünder eine nach der anderen angemacht werden mussten“, berichtete sie den Teilnehmern.

Der Stadtführung hatte sich in der Vicelinkirche eine Turmführung im Dunkeln angeschlossen. Mit Taschenlampen leuchtete sich die kleine Gruppe ihren Weg. Oben angekommen fiel auf, wie viel Licht während der „Earth Hour“ noch in der Stadt brannte. Die Umweltstiftung „World Wide Fund for Nature“ (WWF) rief die „Earth Hour“ vor neun Jahren ins Leben, um ein Zeichen für mehr Klimaschutz zu setzen.

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