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Chaussee Altona – Kiel : Eine Spitzenleistung der Ingenieurbaukunst

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Vor 85 Besuchern referierte Heinrich Kautzky über die erste Kunststraße Schleswig-Holsteins.

shz.de von
erstellt am 24.Nov.2015 | 18:12 Uhr

Neumünster | „Diese Straße ist weit mehr als eine Fahrbahn“, erklärte Heinrich Kautzky den 85 Besuchern, die am Montagabend aufmerksam seinem Vortrag „Die Chaussee Altona – Kiel. Die erste Kunststraße in Schleswig-Holstein“ lauschten. Auf Einladung des Ortsvereins des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes stellte der ehemalige Fachdienstleiter Umwelt und Bauaufsicht die Chaussee als bedeutende Infrastruktureinrichtung Schleswig-Holsteins im 19. Jahrhundert vor.

Die 92 Kilometer lange Chaussee Altona – Kiel gehört als erste „mit Lineal und Zirkel geplante Kunststraße“ zu den Spitzenleistungen der Ingenieurbaukunst. „Vor ihrer Fertigstellung im Jahre 1834 waren Reisen und Handel auf dem Weg von Hamburg nach Kiel äußerst beschwerlich“, erläuterte Kautzky anhand von Zeichnungen umgekippter Fuhrwerke. „Die Straßen waren kurvig, unbefestigt und voller Schlaglöcher“, sagte der studierte Ingenieur. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts benötigte man für eine 100 Kilometer lange Strecke zirka 16 Stunden reine Fahrzeit.

König Frederik VI von Dänemark – bis 1864 gehörten die Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg zum dänischen Königreich – veranlasste auch deshalb 1830 den Bau der Kunststraße zwischen den inländischen Endpunkten Altona und Kiel. „Anfangs sollte die Chaussee durch Bornhöved gehen“, sagte Heinrich Kautzky. Die Neumünsteraner setzten jedoch ihre Vorstellungen einer Fleckenquerung durch.

Mit all ihren Brücken, Chaussee-Häusern, Meilen- und Halbmeilensteinen stellt die Chaussee Altona – Kiel laut Heinrich Kautzky ein Gesamtkunstwerk dar – nicht zu vergessen die kilometerlangen Allee-Abschnitte mit Tausenden von Bäumen. An ihnen liegt Kautzky besonders viel. Seit 2008 setzt er sich deshalb gemeinsam mit dem Schleswig-Holsteinischen Heimatbund, der Stadt Neumünster und dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein für den Erhalt der Straße als Kulturdenkmal ein. Über 1000 Alleebäume wurden bisher gepflanzt, mit der einheitlichen Beschilderung historisch interessanter Orte und Gebäude entlang der Strecke wurde begonnen. Ein Internetauftritt ist im Aufbau.

Ob eine Allee heutzutage denn noch zeitgemäß sei, wollte ein Gast nach dem Vortrag wissen. „Die Allee ist die Visitenkarte der Stadt“, antwortete Kautzky. Außerdem wolle man mit den Aktionen das Bewusstsein der Bevölkerung für das historische Bauwerk schärfen.

Mehr Informationen zum Thema liefert das Buch „Die Chaussee Altona – Kiel“ von Burkhard von Hennigs und Heinrich Kautzky mit Beiträgen von über 20 Autoren.

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