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Lesung : Eine spirituelle Reise mit Promi-Affäre und Bettwanzen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die gebürtige Neumünsteranerin Astrid Müller las in der Stadtbücherei.

Neumünster | Spannende, quälende und erleuchtende Eindrücke einer Meditationsreise nach Südostasien schilderte am Dienstagabend Astrid Müller. Gut 40 Besucher kamen in die Stadtbücherei, um die Lesung aus ihrem erstem Buch „Erleuchtung für Zweifler. Eine spirituelle Reise nach Thailand, Laos und Kambodscha“ zu hören.

„Diese Lesung ist mir besonders wichtig“, erklärte Astrid Müller eingangs, denn die Weltenbummlerin wurde 1968 in Neumünster geboren und hat hier ihre Jugend verbracht. 1988 zog sie nach Berlin, wo sie seitdem lebt. Ihr Erstling ist nicht nur ein Reisebericht, sondern auch eine biografische Selbstbetrachtung samt der Schilderung einer Liaison mit einem Hollywoodstar, im Buch als „Mr. X“ anonymisiert.

Astrid Müller erzählt in Ich-Form über ihren Aufbruch in ein thailändisches Kloster, um dort zehn Tage lang zu meditieren. „Elf Stunden am Tag wurde meditiert, es gab alle paar Stunden kurze Pausen. Wir durften in den zehn Tagen nicht sprechen, niemandem in die Augen schauen, nicht lesen und natürlich kein Handy benutzen“, erklärte Astrid Müller die Bedingungen der Vipassana-Meditation.

Morgens um 4 Uhr wankte sie wortlos aus der engen Schlafstätte, um kalt zu duschen. Durch die Bisse der Bettwanzen hatte sie eine Allergie entwickelt, die sie fast zum Abbruch zwang. „Der Juckreiz war unerträglich. Es tut weh, zu meditieren. Das Kreuz schmerzt, das Blut staut sich in den Beinen, und die Gedanken brausen unaufhörlich dahin. Jede Minute war eine Herausforderung“, erklärte die lebhafte Frau dem gebannten Publikum.

Wenn Astrid Müller nicht vorlas, erzählte sie frei über ihre anschließende dreimonatige Reise, die sie auf eigene Faust unternommen hat. Sie besuchte unter anderem die musealen Folterkammern des kambodschanischen Regimes unter Pol Pot und das laotische Hochland. Dazu zeigte sie Fotos von ruinösen Reisebussen und frittierten Vogelspinnen, vor denen sich auch die mutige Rucksacktouristin ekelte.

Die Reise war das Resultat einer Lebenskrise, erzählte die Autorin: „Ich war ganz nah dran am Burnout.“ Ihr Job in einem Callcenter entkräftete die studierte Gesundheitswissenschaftlerin und Sozialpädagogin. Nach der Rückkehr ging es ihr besser: „Die Erfahrung im Kloster hat sicher dazu beigetragen, dass ich mich getraut habe, nun als Autorin zu arbeiten. Außerdem kann mich seitdem nicht mehr so viel schütteln“, meinte sie. Die Zuhörer waren im Anschluss neugierig und stellten viele Fragen. Wer der geheimnisvolle Prominente ist, mit dem Astrid Müller eine Liaison hatte, behielt sie allerdings für sich.


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erstellt am 06.Jul.2017 | 08:45 Uhr

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